Bei einem dicht über der Erde schwebenden Flugzeug bildet sich unterhalb des Fliegers eine Luftrolle, die für verstärkten Auftrieb sorgt und theoretisch den Flug wirtschaftlicher macht als in größeren Höhen. Dieses Phänomen bezeichnet man auch als Bodeneffekt. Flieger, die speziell konstruiert wurden, um sich diesen Effekt zunutze zu machen, sind daher folgerichtig auch als Bodeneffekt-Flugzeuge bekannt. Auf dem Land allerdings kann die Technologie aufgrund der vorhandenen Bebauung nur sehr bedingt zum Einsatz kommen. Über dem Wasser wiederum sind in der Regel Schiffe die bessere Lösung. Der Enkel des legendären kanadischen Erfinders Joseph-Armand Bombardier, Charles Bombardier, hat nun allerdings ein neues Konzept für ein Bodeneffekt-Flugzeug vorgestellt.


Ein von der Sowjetunion entwickeltes Bodeneffekt-Flugzeug der Lun-Klasse. Foto: Fred Schaerli (Own work) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons
Ein von der Sowjetunion entwickeltes Bodeneffekt-Flugzeug der Lun-Klasse. Foto: Fred Schaerli (Own work) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Der Transport ist schneller als mit dem Schiff

Dieses soll über ein Turbinenstrahltriebwerk verfügen und zusätzlich mit vierzig elektrisch betriebenen Propellern ausgestattet werden. Mit Hilfe einer hydraulischen Winde kann dann ein 40-Fuß-Standardcontainer in das Luftfahrzeug gezogen werden. Das Bodeneffekt-Transportflugzeug fliegt die Fracht anschließend in einer Höhe von nur wenigen Metern über das Wasser. Am Ziel angekommen, wird dann erneut die hydraulische Winde genutzt, um die Fracht zu entladen. Im Idealfall ist der Transport mit dem neu entworfenen Konzept-Flieger auf diese Weise schneller als mit dem Schiff und günstiger als mit dem klassischen Transportflugzeug. Eine militärische Nutzung – wie sie einst in der Sowjetunion geplant war – ist allerdings nicht vorgesehen.

Ein Flughafen ist nicht notwendig

Vielmehr sollen die Bodeneffekt-Flugzeuge abgelegene Inseln ohne Flughafen erreichen können – beispielsweise in den arktischen Regionen Kanadas. Denn die über dem Boden schwebenden Transportflieger können auch an Orten landen, die nicht über die klassische Infrastruktur für Transportflugzeuge verfügen. Bombardier hat zudem bereits einen Notfallmechanismus eingeplant, der dafür sorgen soll, dass im Zweifel die Fracht über dem Wasser einfach abgeworfen wird, wenn dadurch ein Absturz der kompletten Maschine verhindert werden kann. Idealerweise kommen dabei dann wasserdichte und schwimmende Container zum Einsatz, die im Notfall von einem Schiff eingesammelt werden können. Bisher ist aber noch unklar, ob das Konzeptflugzeug tatsächlich eines Tages realisiert wird.


Via: Wired

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