Fans des Autors Frank Schätzing wird die Idee eines Fahrstuhls, der bis in den Weltraum reicht, bekannt vorkommen. In seinem Roman “Limit” beschreibt Schätzing einen Fahrstuhl aus einem haardünnen Material, an dem eine Kabine bis zu einer Raumstation in der Erdumlaufbahn geführt wird. Ein kanadisches Unternehmen hat nun eine recht ähnliche Technologie patentieren lassen.


Der Turm soll 20 km in den Himmel ragen.
Der Turm soll 20 km in den Himmel ragen.

Ein Fahrstuhl in den Weltraum

Ganz so hoch wie der Fahrstuhl in Frank Schätzings Roman fällt der Fahrstuhl nicht aus, und auch die Bauweise ist unterschiedlich. Das Unternehmen Thoth Technology aus Ontario hat ein US-Patent für einen Fahrstuhl in Form eines Turms erhalten, der 20 km in die Luft reichen soll. Seine Entwickler behaupten, dass der Fahrstuhl 30 Prozent weniger Treibstoff benötigen wird wie vergleichbare Raketen. So könnten Menschen, aber auch Raumfahrzeuge bis auf ein Level angehoben werden, von dem der Start nur noch wenig Kraft erfordern würde.

Der Turm soll frei stehen und durch unter Druck gesetztes Gas stabilisiert werden. In dem Patentantrag heißt es weiter, der Fahrstuhl könnte theoretisch mehr als 200 km Höhe erreichen. Hier dürfte aber – noch mehr als bei der geplanten Höhe von 20 km – die Praxis der Theorie im Weg stehen.


Weltraumfahrstuhl

In dem Antrag heißt es weiter: “The present invention is a self-supporting space elevator tower for the delivery of payloads to at least one platform or pod above the surface of the Earth for the purposes of space launch. The space elevator tower may also be used to deliver equipment, personnel and other objects or people to at least one platform or pod above the surface of the Earth for the purpose of scientific research, communications and tourism.

Startplattform für Raumschiffe

Der Weg ins All ist nicht wirklich leichter geworden im Verlauf der letzten 50 Jahre. Noch immer werden riesige Raketen mit gewaltiger Schubkraft benötigt, um die Schwerkraft der Erde sowie den Luftwiderstand zu überwinden.

Der Weltraumfahrstuhl von Thoth Technology wäre hierfür eine durchaus sinnvolle Alternative. Die in dem Patent beschriebenen Technologien sind zu einem großen Teil bereits vorhanden, was die Konstruktion deutlich vereinfachen dürfte. Das Gerüst des Turms besteht aus Röhren aus einer Mischung aus Kevlar und Polyethylen, die mit Helium gefüllt sind.

From the top of the tower, space planes will launch in a single stage to orbit, returning to the top of the tower for refueling and reflight”, beschreibt der Erfinder Dr. Brendan Quine sein Projekt. Quine ist Professor an der Lassonde School of Engineering der York University.

Bei Thoth Technology handelt es sich um ein Verteidigungs- und Raumfahrtunternehmen, das sich auf Dienste und Produkte für den Einsatz im All spezialisiert hat.

via Phys.org

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2 Kommentare

  1. Teri

    16. August 2015 at 09:20

    Vielleicht sollte man mal an die Funktionsweise einer Railgun denken um Raketen ins All zu bringen. Nur so ein Gedanke ^^ Grüße

  2. Achmed Khammas

    20. August 2015 at 02:09

    Sehr viel besser als Schätzing finde ich den vor kurzem bei Festa erschienenen Roman „Sternenturm“ von William R. Forstchen.

    @Teri: An der Railgun-Idee wird bereits gearbeitet.

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