Ein Pilz, der sich in einem im Mittelmeer lebenden Schwamm verbirgt, ist eine neue Hoffnung im Kampf gegen Krebs. Scopulariopsis brevicaulis, auch als Arsenpilz bekannt, produziert zwei Krebs hemmende Stoffe, sogenannte zyklische Peptide, die in der wissenschaftlichen Welt als Scopularides A und B bekannt sind. Sie hindern vor allem Krebszellen in Darm und Bauchspeicheldrüse daran, weiterzuwachsen, so das Ergebnis von Versuchen mit Zellkulturen.


Pilz gegen Krebs
Kolonien des Pilzes Scopulariopsis brevicaulis nach etwa sieben Tagen (Bild: Uni Kiel)

Zwei Gene aus 16.000

Jetzt hat ein internationales Wissenschaftlerteam die beiden Gene, die für die Produktion der Krebs bekämpfenden Peptide zuständig sind, identifiziert. Was gar nicht so einfach war, denn der Pilz besitzt rund 16.000 Gene. Die gefundenen Gene erhielten die prosaischen Namen NRPS 1 und PKS 2. Das Forschungsteam um Professor Frank Kempken, Leiter der Abteilung für Botanische Genetik und Molekularbiologie an der Christian-Albrecht-Universität (CAU) in Kiel, veröffentlichte die Erkenntnisse nun in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins PLOS Biology. Beteiligt waren auch Wissenschaftler GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel. Weil die Gene jetzt bekannt sind, lassen sich die Anti-Krebs-Wirkstoffe synthetisch herstellen, etwa mit biotechnischen Methoden.

Weiter Weg bis zu einem Medikament

„Bei der Identifizierung der Gene kam uns zu Hilfe, dass Pilze sogenannte Gen-Cluster bilden. Gene, die eine gemeinsame Funktion haben, liegen bei diesen Organismen auch räumlich nebeneinander“ sagt Abhishek Kumar, der zum Forscherteam der CAU gehörte und jetzt am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg forscht.


Ehe aus den jetzt gewonnenen Erkenntnissen ein Medikament wird, ist noch eine Menge an Forschungsarbeit nötig. Zunächst muss eine Technik gefunden werden, mit der sich die Wirkstoffe produzieren lassen. Dann folgen Versuche an Zellen und Tieren, ehe es klinische Studien an Menschen gibt. Damit soll ausgeschlossen werden, dass das Präparat gefährliche Nebenwirkungen hat.

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1 Kommentar

  1. Mahee Ferlini

    29. Oktober 2015 at 18:57

    Wir haben seit lange gegen Krebs gekampft, und es sieht nach wir sind Sieger aus 🙂

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