Junge Frauen, die in indischen Großstädten allein unterwegs sind, haben oftmals ein mulmiges Gefühl. Immer wieder kommt es dort zu sexuellen Übergriffen. Menschenrechtler und Frauenrechtsaktivistinnen werfen der Polizei und der Regierung dabei regelmäßig vor, nicht genug zum Schutz der jungen Frauen zu unternehmen. In der Regel ist dieser Vorwurf berechtigt. Jetzt allerdings hat die Polizei von Neu Delhi eine neue Maßnahme zur Verhinderung von Übergriffen auf Frauen vorgestellt: Eine spezielle App soll es Frauen ermöglichen, im Notfall in Sekundenschnelle Hilfe zu organisieren.


Frau Indien
Foto:Michael Gäbler CC BY-SA 3.0 (VIA WIKIMEDIA COMMONS)

SOS-Knopf alarmiert die Polizei

Ist die App aktiviert, reicht es aus den integrierten SOS-Button zu drücken oder das Handy kräftig zu schütteln. In beiden Fällen wird dann automatisch die Polizei verständigt. Diese erhält zudem alle zehn Sekunden ein Update über den aktuellen Aufenthaltsort des Handys – sollte sich der Überfall beispielsweise in einem fahrenden Bus ereignen. Zusätzlich können bis zu fünf Freunde und Familienmitglieder benannt werden, die ebenfalls per SMS über den Notfall informiert werden.
Um die Hintergründe der Tat später besser aufklären zu können, wird zudem automatisch für 30 Sekunden die Video- und Tonaufnahme des Smartphones aktiviert. Bisher ist die Aufklärungsquote von sexuellen Übergriffen auf Frauen in Indien beschämend gering. Viele Beobachter führen dies allerdings auch auf ein fehlendes Problembewusstsein bei Politik und Polizei zurück. Es bleibt daher abzuwarten, ob die neu entwickelte App die Sicherheit der Frauen erhöhen kann und zu einer erfolgreicheren Strafverfolgung der Täter führt.

Auch Taxis sind nicht immer sicher

Da auch das öffentliche Transportwesen in Indien nicht immer als sicher gilt, sind viele Frauen gezwungen abends und nachts teure Taxifahrten in Anspruch zu nehmen. Zuletzt allerdings war es auch in einem Fahrzeug des US-Taxi-Dienstes Uber in Neu Delhi zu einer Vergewaltigung gekommen. Das Unternehmen hatte daraufhin versprochen, zukünftig intensivere Backgroundchecks der Fahrer vorzunehmen.


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