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Potentiell tödlich: Hacker im Krankenhausnetzwerk

Computernetzwerke besitzen einen entscheidenden Nachteil: Sie können von außen gehackt und manipuliert werden. Hacker greifen sogar Krankenhäuser an, verschlüsseln Daten und erpressen Lösegeld. Doch es geht noch schlimmer, denn die Manipulation von Patientendaten und die Kontrollübernahme technischer Geräte kann im Ernstfall Leben kosten.

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Hacker finden ihren Weg zum Server

Erpressungstrojaner im Krankenhausnetzwerk

Krankenhausnetzwerke erweisen sich manchmal als erschreckend verwundbar, beispielsweise geraten regelmäßig Erpressungstrojaner in Umlauf, die Daten unlesbar machen. Laut dem Nachrichtenportal »heise« zahlte ein US-amerikanisches Krankenhaus sogar 15.000 Euro Lösegeld in Bitcoins aus, um seine entführten Daten wieder zu erhalten. Die Geldzahlung könnte allerdings zum Anlass für weitere Attacken genommen werden, darum ging das Krankenhaus Arnsberg in einem ähnlichen Fall anders vor. Die Arnsberger Klinikleitung fuhr aufgrund eines akuten Befalls das IT-System herunter und begnügte sich über einen bestimmten Zeitraum mit rein schriftlichen Datenaufzeichnungen, bis das Netzwerk von dem Erpressungstrojaner Locky befreit war.

Neukonfiguration von medizinischen Geräten möglich

Hacker können sich sogar Zugang zu medizinischen Geräten verschaffen und diese kontrollieren, davor warnen die Sicherheitsexperten von Kaspersky. Ein Forscher des Unternehmens drang zu Testzwecken in ein Krankenhausnetzwerk und schaffte es, einen tomographischen Scanner unter seine Kontrolle zu bringen. Das Projekt trug den Titel »How I hacked my hospital«. Viele medizinische Geräte lassen sich beispielsweise über die Suchmaschine Internet of Things im Netz orten, dazu gehören etwa Narkosegeräte und Herzschrittmacher. Hacker könnten eine Neukonfiguration vornehmen und so Patienten ernsthaft gefährden. Auch der Diebstahl von Krankenakten wäre auf diese Weise möglich, vielleicht aus reiner Machtdemonstration, um Lösegeld zu ergattern oder um brisante Informationen über prominenten Patienten zu kapern.

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Hacker auch im OP?

Gefährdung von Patienten aus persönlichen Motiven

Besonders erschreckend ist in diesem Zusammenhang, dass einige Menschen aus persönlichen Motiven bereit sind, das Leben von Krankenhauspatienten ganz bewusst aufs Spiel zu setzen. Gerade weil bestimmte Hacker vor einer Patientengefährdung nicht zurückschrecken, ist es dringend nötig, die IT-Sicherheitsvorkehrungen in Krankenhäusern stets auf höchstem Niveau zu halten und sensible Systeme vom Gesamtnetzwerk zu trennen.


Quelle: derstandard.at

1 Kommentar

  1. Selbstbestimmung und -verwirklichung in allen Ehren – aber da hört der Spass wirklich auf. Es sollte doch für so sensible Bereiche möglich sein, ein physisch vom Internet getrenntes Netzwerk zu betreiben, bei dem Daten und Abfragen von Aussen nur nach rigider Prüfung und über ein entsprechend gesichertes Medium zugelassen werden. Eine Direktabfrage wäre zwar unmöglich, aber der Sicherheitsgewinn enorm und die Zustimmung der Patienten wohl keine Frage. Die Google-Abfragen von Prof. X sind ja wohl nicht systemrelevant, und wenn doch, dann kann man sie auch auf einem besonders gesicherten Kanal ins System weiterleiten.

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