In dem Film „Minority Report“ ging es um eine Zukunft, in der es so gut wie keine Verbrechen mehr gab. Bestraft wurden die Täter trotzdem, denn ihre Taten konnten präzise vorhergesagt werden, um sie noch vor der Begehung verhaften zu können. Die Vorhersage von Verbrechen spielt auch in der echten Polizeiarbeit eine Rolle. Predictive Policing nennt sich das Ganze – und ist zwar nicht ganz so futuristisch wie bei „Minority Report“, aber dennoch verdammt beeindruckend.


Software analysiert Verbrechensdaten

In der echten Welt versteht man unter Predictive Policing die Nutzung von Daten aus der Vergangenheit für die Entwicklung von Prognosemodellen, auf deren Basis dann Aussagen über künftige Straftaten getroffen werden können. Dabei geht es nicht wie im Film darum, konkrete Ereignisse vorauszusagen, sondern um die Berechnung von Wahrscheinlichkeiten. Beispielsweise lässt sich mit ausreichender Datenlage vorhersagen, ob es in einem bestimmten Gebiet in nächster Zeit zu Einbrüchen kommen wird.


Die Technologie dahinter basiert auf kriminologischer Theorie, berührt aber heute auch die Felder Big Data und künstliche Intelligenz. Eine Software kann etwa registriere, wann wo wer verhaftet wurde und wer sich dabei in der Nähe aufhielt und mit registriert wurde. Durch Ergänzung mit anderen Daten lässt sich so zum Teil sogar vorhersagen, wer in nächster Zeit Opfer oder Täter etwa von Bandenkriminalität wird.

Keine personenbezogene Analysen in Deutschland

Wer sich selber ein Bild von Predictive Policing machen will, der kann das demnächst in dem Dokumentarfilm „Pre-Crime – Willkommen in deinem Minority Report“ tun. Dort geht es unter anderem um den Einsatz der Technologie in Chicago, wo Personen, die von der Software herausgepickt wurden, unter Umständen sogar Post oder Besuch von der Polizei bekommen. Derartige personenbezogene Analysen sind aber eigentlich eher selten. Eigentlich wird Predictive Policing vor allem dazu verwendet, um Aussagen über die Kriminalitätsentwicklung zu treffen. Während die Technologie in den USA und Großbritannien schon fleißig eingesetzt wird, kommt Predictive Policing in Deutschland vor allem im Bereich der Wohnungseinbrüche zum Einsatz. So kommt etwa in Bayern und Baden-Württemberg die Software „Precobs“ zum Einsatz, um herauszufinden, welche Gegenden gerade stark einbruchgefährdet sind. Bestrebungen, Predictive Policing wie in den USA auch auf personenbezogene Analysen auszuweiten, gibt es bisher nicht.

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