Auch wenn sie von einigen weiterhin vehement bestritten wird (unter anderem von hochrangigen Mitarbeitern der US-Regierung), ist die globale Erwärmung ein Effekt, der uns die nächsten Jahrzehnte beschäftigen wird und den wir in den Griff bekommen müssen. Eine Folge der steigenden Temperaturen sind schmelzende Eiskappen und Gletscher. Dies ist für manche verstörend und angsteinflößend. Andere wiederum sehen darin eine Chance. So auch das Unternehmen National Advisor Bureau Limited aus Dubai. Dieses möchte Eisberge aus dem Süden des Indischen Ozeans in den Persischen Golf schleppen, um sie dort als Frischwasserquelle und Touristenattraktion zu vermarkten. Ein Plan, der natürlich auf deutlichen Widerstand von Umweltschützern stößt.


Eisbergwasser kann teuer verkauft werden

Das Unternehmen möchte Schiffe in die Nähe der Insel Heard entsenden, die ein australisches Naturschutzgebiet ist. Dort sollen die Schiffe zwischen den gewaltigen Eisbergen nach solchen von der Größe großer Lastwagen suchen und diese mit Hilfe von Netzen die 9.200 km in den Persischen Golf schleppen.


Der Direktor der National Advisor Bureau Limited, Abdullah al-Shehi, geht davon aus, dass die Eisberge auf der Reise nicht signifikant schmelzen würden, da der Großteil ihrer Masse sich unter Wasser befindet. Die Eisberge würden etwa 75 Milliarden Liter gefrorenes Wasser enthalten, die al-Shehi gewinnbringend vermarkten möchte. Er orientiert sich dabei beispielsweise an Norwegen, wo eine Firma für 100 Dollar pro Flasche das Wasser geschmolzener Eisberge verkauft. Sollte sein Unternehmen die entsprechenden Genehmigungen erhalten, möchte al-Shehi 2019 mit der „Ernte“ der Eisberge beginnen.

Das Projekt würde auf erschwerte Bedingungen treffen

Nach der Einschätzung von Experten müsste das initiale Investment für das Projekt mindestens 500 Millionen US-Dollar betragen. Außerdem beschränkt Australien den Zugang zu dem von al-Shehi anvisierten Gebiet massiv, um das diversifizierte Ökosystem vor Ort zu schützen. Die Antarktis ist des Weiteren diversen internationalen Abkommen unterworfen, die strenge Umweltschutzvorschriften enthalten und Bergbau und Militäraktivitäten verbieten.

Neben diesen Schwierigkeiten dürfte das Projekt außerdem mit widrigen Wetterbedingungen zu kämpfen haben. „There are thousands and thousands of icebergs drifting around and they can move without warning. Storms down there can be really brutal, and there’s really not anyone that can help“, so Christopher Readinger, der Leiter des Antarktis-Teams des U.S. National Ice Center.

Lautstarker Widerspruch von Umweltschützern

Es dürfte auch niemanden überraschen, dass das Projekt auf starken Widerstand von Umweltschützern stößt. Diese argumentieren, dass es sich um ein rein kommerziell orientiertes Projekt zulasten der Antarktis handeln würde und es deutlich effektivere Methoden gäbe, um dem Wassermangel in Arabien entgegenzuwirken. „This region is the heartland of the global oil industry, it will be at the forefront of experiencing these massive, insane heat waves, and there’s only one way to avoid this—reducing emissions and keeping all fossil fuels in the ground“, so Hoda Baraka, Sprecherin der Klimaschutzgruppe 350.org.

Das Projekt sein ein extrem sinnloser und kostenintensiver Weg, um gegen Wassermangel und globale Erwärmung vorzugehen und gehe gegen jeden Gedanken von effektivem Klimaschutz, so die Kritik der Umweltschützer.

Ob das ambitionierte und extrem umstrittene Projekt umgesetzt werden kann, wird sich in den nächsten zwei Jahren zeigen müssen.

via phys.org

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