Gigantische Roboterschiffe, die ohne Skipper völlig autonom fahrend durch die Weltmeere gleiten und randvoll mit Container gepackt sind, könnten in der nahen Zukunft bereits in die Realität umgesetzt werden. Das EU Projekt MUNIN zeigt dabei in welche Richtung es gehen könnte und wie die Roboterschiffe aus der Zukunft aussehen könnten. An dem Projekt ist unter anderem das Fraunhofer Institut aus Deutschland und die SINTEF-Organisation aus Schweden beteiligt. Zudem hat das Unternehmen NOK12 bereits 1,8 Millionen US-Dollar in MUNIN investiert und die Vision der unbemannten Schifffahrt ein Stück näher gebracht.


Roboterschiffe
Rendering von Roboterschiffen via Rolls Royce

Next Step: Unbemannte Schifffahrt

Mit einer Länge von 400 Metern, sollen die Ozean-Giganten in Zukunft allein und ohne Steuermann durch die raue See fahren. An Bord befindet sich wertvolle Fracht, die optimal auf dem Schiff verteilt ist. Täglich durchqueren 100,000 Transportschiffe die Weltmeere. Ein Hauptproblem stellt dabei aber nicht die Masse der Schiffe an sich dar, sondern die Steuerung, die bisher noch von Menschenhand übernommen wird. Teilweise sehen die Skipper der Container-Schiffe Tage lang nichts außer Wasser und Wellen. Die Bereitschaft auf längere Zeit derartige Einschränkungen des Lebens in Kauf zu nehmen, sinkt zunehmend. Ein weiteres „Problem“, wie es die Experten nennen, ist zudem die recht hohe Unfall-Rate auf den Weltmeeren. 75 Prozent der Unfälle auf dem Wasser gehen auf menschliches Versagen zurück, heißt es im Fachbeitrag. Roboterschiffe haben laut SINTEF gleich mehrere Vorteile. Zum einen können die Schiffe länger auf hoher See verweilen, da keine menschliche Crew an Bord ist. Folglich können die Schiffe auch langsamer fahren, was das Material schont und darüber hinaus auch die Treibstoffkosten senkt. Einsparungen von bis zu 50 Prozent stehen dabei im Raum.
Munin
Für die Orientierung benötigen die Roboterschiffe jedoch Internet. SINTEF zufolge genügt dabei eine Internetverbindung mit einer Geschwindigkeitsrate von 3 bis 4 MB aus um das Schiff vom Land aus steuern zu können. Das bisher größte Problem ist jedoch die Treibstoffversorgung. Da Roboterschiffe deutlich länger auf dem offenen Meer verweilen können, benötigen diese auch größere Treibstofftanks, die darüber hinaus auch mehr Gewicht verursachen. Eine Alternative wäre jedoch auf andere Energiequellen, wie etwa Gas, zurück zu greifen. Es ist bereits eine Fülle von Technik vorhanden, die aus den Entwicklungen der Roboterschiffe entsprang. So verfügen moderne Schiffe bereits über Autokollisions-Systeme, automatische Steuerung und Satellitennavigation.

Autonome Schiffe könnten in der Zukunft durchaus einen gewissen Einspar-Faktor herbeiführen. Zum Start allerdings dürften die Kosten für eine automatisch fahrendes Schiff  die Kosten für ein Bemanntes Container-Schiff deutlich übertreffen. Dennoch bleibt es spannend, wie die Entwicklungen weiter voran schreiten.


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