Amputationen des Arms oder der Hand sind ein traumatisches Erlebnis. Besonders tragisch ist es, wenn sich solch eine Tragödie bei Kindern ereignet – auch wenn diese sich, wenn sie früh genug lernen, mit einer Prothese umzugehen, oft viel besser an die neue Situation gewöhnen können als Erwachsene. Diese Gewöhnung könnte in Zukunft durch Erweiterungen für Prothesen von Lego erleichtert werden.


Lego Prothese
Bild: Carlos Arturo Torres

Prothesen als Spielzeug

Für Kinder muss es eine tolle Vorstellung sein, problemlos ein beliebiges “Werkzeug” oder gar ein Raumschiff aus Star Wars am Ende des eigenen Armes anbringen zu können. Genau das möchte das Projekt Iko Creative Prosthetic System des kolumbianischen Designers Carlos Arturo Torres verwirklichen. Für sein Projekt wurde Torres mit dem CORE77 Design Award 2015 bedacht. Ziel des Projekts ist es, Kinder eine spielerische Anpassung ihrer Prothesen auf Basis des Lego-Systems zu erlauben.

Für das Projekt arbeitet Torres mit der experimentellen Forschungsabteilung von Lego, Future Lab, zusammen. Außerdem ist die kolumbianische Firma Cirec beteiligt, die sich auf physische Rehabilitation spezialisiert hat.


Zusammenarbeit mit anderen Firmen ist denkbar

Die Prothesen funktionieren wie viele andere künstliche Gliedmaßen. An den Muskeln des Stumpfes werden Bewegungen in elektrische Signale gewandelt, die den Arm steuern. Im Arm selber werden die Signale von einem Prozessor und einer Engine von Lego Mindstorms verarbeitet. Der kleine Patient kann – teilweise natürlich mit der Hilfe von Erwachsenen – seine Prothese so selber gestalten und programmieren.

Lego Prothese
Bild: Carlos Arturo Torres

My idea was not to make a traditional prosthetic, but to propose a system that was flexible enough for kids to use, hack and create by themselves and with their friends”, erklärt Torres gegenüber dem Guardian.

Wenn es nach Torres geht, so soll die Zusammenarbeit mit Lego nicht die einzige bleiben. Seiner Ansicht nach könnten mehr Hersteller auf den Zug aufspringen. “Imagine Marvel developing superhero modules,” he says. “Or Mattel making dolls’ houses or car launchers, GE producing microscopes and Nintendo having compatible accessories”, so der Designer.

Die Idee ist in jedem Fall gut. Mit seiner Kombination aus Prothesen-Technik und interaktivem Spielzeug könnte der kolumbianische Designer eine neue Richtung im Bereich Prothesen für Kinder die Entwicklung in eine neue Ära anstoßen.

Das Projekt im Video

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