Erstmals hat eine Yacht den Atlantik überquert, die von einem Elektromotor und einem Flugdrachen angetrieben wird. Die 35 Meter lange „Race for Water“ war im französischen Lorient mit dem Ziel Caroline Bay auf Bermuda gestartet. Den Winddrachen hat das Hamburger Unternehmen SkySails entwickelt. Bisher hat das Unternehmen ausschließlich Flugdrachen für Frachtschiffe gebaut. Allerdings haben bisher nur wenige Reedereien diesen Treibstoff sparenden und Emissionen mindernden Antrieb gekauft.


Drachen kurvt in 150 Metern Höhe

Die „Race for Water“ hat vor einigen Jahren bereits die Welt umrundet. Damals war sie ausschließlich auf Solarstrom angewiesen. Der Flugdrachen kam erst in diesem Jahr dazu. Er wird von der Spitze eines Mastes auf dem Vorderschiff gestartet. Er entfaltet sich und beschreibt in einer Höhe von bis zu 150 Metern Flugkurven in Form einer liegenden Acht. Er ist 40 Quadratmeter groß. Er allein sorgt bei entsprechendem Wind für eine Geschwindigkeit von acht Knoten (fast 15 Kilometer pro Stunde).


Mit Elektroantrieb geht es noch schneller

Schneller fährt die 100 Tonnen schwere Yacht, wenn der Elektroantrieb zugeschaltet wird. Motor, Elektronik und elektrische Geräte an Bord des Katamarans erhalten ihren Strom aus Solarzellen, die auf einer Fläche von 500 Quadratmetern nahezu das ganze Schiff bedecken. Ein Teil der Energie wird zur Entsalzung von Meerwasser genutzt, ein anderer versorgt einen Elektrolyseur, der Wasserstoff herstellt. Der wird in sonnenwarmen Zeiten in einer Brennstoffzelle wieder in elektrische Energie umgewandelt, wenn die ebenfalls an Bord befindlichen Pufferbatterien leer sind.

Der Drachen wird von einem Autopiloten, der sich in einer Box am oberen Ende des Zugseils befindet, automatisch gesteuert. Das geschieht mit verschiedenen Seilen, die den Autopiloten und den Drachen verbinden. Bei nachlassendem Wind wird er eingeholt und in einer Box auf der Yacht verstaut.

In fünf Jahren rund um die Welt

„Das Boot wird eine fünfjährige Odyssee zu den Stellen der Weltmeere machen, die am stärksten von Verschmutzung betroffen sind», sagte der Präsident und Gründer der Stiftung „Race for Water“, Marco Simeoni, vor dem Start der Yacht in Frankreich. Vor allem geht es der Stiftung darum, über die Gefahren für die Umwelt durch Plastikmüll aufzuklären. An Bord werden auch wechselnde Wissenschaftler-Teams sein, die an Lösungen für das Verschmutzungsproblem durch Plastik arbeiten.

via Skysails

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping
Tags

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.