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Raumfahrt: Private Anbieter wollen im All Geld verdienen

Bald 50 Jahre ist es her, dass ein Mensch zum ersten Mal einen Fuß auf den Mond setzte. Neil Armstrongs Worte sind in die Geschichtsbücher eingegangen. Damals war die Raumfahrt nahezu exklusiv eine staatliche Domäne. Das hat sich geändert. Inzwischen gibt es immer mehr private Unternehmen, die ins All drängen. Anfang dieses Jahres wird die NASA über einen Vertrag über Versorgungsflüge zur ISS entscheiden. Die Raumfahrt kann, so sehen es Experten, unter Umständen die Verluste in der privaten Rüstungsindustrie auffangen.

Elon Musk - Space X Neue Satelliten-Flotte

Elon Musk will mit seinem Unternehmen SpaceX hoch hinaus – bis zum Mars.

Rennen zur ISS

Die Raumfahrt wird generell zunehmend kommerzieller. Die Firma SpaceX von Elon Musk macht sich zunehmend einen Namen, aber auch Unternehmer wie der Amazon-Gründer Jeff Bezos wollen im Geschäft mit den Flügen ins All mitmischen. Grund für die zunehmende Kommerzialisierung ist unter anderem die relativ engen Budgets großer Raumfahrtnationen wie Russland oder den USA, aber auch die Tatsache, dass die NASA sich mit einer bemannten Mission zum Mars langfristig ein großes Ziel gesetzt hat, das eine Menge ihres Budgets bindet und die erdnahen Missionen für Angebote aus privater Hand öffnet.

Ein Beispiel hierfür sind die Versorgungsmissionen zur ISS. Gleich drei private Unternehmen wollen den lukrativen Vertrag mit der NASA abschließen: Space X, Orbital ATK sowie Sierra Nevada. Das Unternehmen, das das Rennen letztlich macht, wird einen Vertrag mit einem finanziellen Volumen von 3,5 Milliarden Dollar mit der NASA abschließen. Es geht also um viel Geld, aber für die US-Raumfahrtbehörde ist das immer noch günstiger als eigenen Missionen zu fliegen. Die privaten Missionen zur ISS stehen aber bisher unter keinem guten Stern: Sowohl Orbitals Frachter “Cygnus” als auch die “Dragon”-Kapsel von SpaceX hatten in den letzten zwei Jahren große Unfälle, bei denen das jeweilige Raumgefährt komplett zerstört wurde.

Private Unternehmen üben Druck auf Raumfahrtbehörden aus

Auch etablierte Raumfahrtunternehmen bekommen den Druck zu spüren. Bisher ist das US-Unternehmen Lockheed Martin Weltmarktführer, aber sollte der Vertrag für die Flüge zur ISS Anfang des Jahres an SpaceX gehen, sieht man sich starker Konkurrenz gegenüber. Elon Musk mischte mit seinem Unternehmen Tesla und dessen Elektroautos bereits den Automobilmarkt auf, und mit SpaceX hat er (sehr) langfristig kein geringeres Ziel als den Mars.

Selbst die Raumfahrtbehörden sehen sich unter Druck gesetzt. SpaceX kann mit der selbstentwickelten Falcon–9-Rakete Satelliten ins All befördern, und zwar deutlich günstiger als beispielsweise die ESA mit der Ariane–5-Rakete. Aus diesem Grund gab die europäische Raumfahrtbehörde nun die Entwicklung der Ariane 6 in Auftrag, um konkurrenzfähig zu bleiben.

Es geht um viel Geld

Bei dem Wettstreit um Flüge ins All geht es also schon längst nicht mehr um einen Pioniergedanken oder andere romantische Motive, sondern um bares Geld. Laut Euroconsult-Expertin Rachel Villain sollen bis 2024 weltweit mindestens 1400 neue Satelliten über 50 kg Gewicht ins All geschossen werden. Die Bau- und Transportaufträge, die mit diesen Starts verbunden sind, werden auf ein Volumen von 225 Milliarden US-Dollar geschätzt, von denen drei Viertel aus staatlicher Hand kommen werden. Die großen Raumfahrtunternehmen leiden etwas unter knappen Staatsbudgets, aber private Aufträge versprechen, einen Teil der Verluste aufzufangen.

Neben den Satelliten-Aufträgen winkt auch in der Sparte Weltraum-Tourismus viel Geld. Für die staatlichen Raumfahrtbehörden war dieser Zweig bisher komplett uninteressant, aber mit Richard Bransons Raumschiff-Unternehmen Virgin Galactic, SpaceX und auch Jeff Bezos Blue Origin stehen private Unternehmen in den Startlöchern, um den Weltraumtourismus massentauglich zu machen.

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