Das Raumlabor Philae ist bzw. war das erste von Menschenhand geschaffene Objekt, das auf einem Kometen landete. Die Landung im November 2014 verlief allerdings nicht problemlos. Philae prallte bei der Landung von der Oberfläche des Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko ab und taumelte von der geplanten Landefläche weg zu einem schattigen Areal, das es unmöglich machte, die Stromversorgung des Labors mittels Sonnenkollektoren aufrecht zu erhalten. Kürzlich ist der letzte Kontaktversuch mit Philae gescheitert, die ESA sieht den Lander nun als offiziell verloren an.


Grafik: ESA
Grafik: ESA

Kein Kontakt mehr zu Philae

Philae startete mit der Raumsonde Rosetta am 02. März 2004 und war 10 Jahre unterwegs, bevor das Ziel, der Komet 67P/Tschurjumow-Gerassimenko erreicht wurde. Zum Zeitpunkt der Landung befand dieser sich 510 Millionen Kilometer von der Erde entfernt zwischen den Bahnen des Mars und des Jupiters.

Der letzten Kontakt mit Philae gelang im Juli 2015, als die ESA versuchte, mit einem riskanten Manöver mehr Sonnenlicht an die Kollektoren des Landers zu bringen. Der Versuch misslang. “We have to face reality, and chances get less and less every day as we are getting farther and farther away from the sun. At some point we have to accept we will not get signals from Philae anymore”, so Stephan Ulamec vom Philae-Team gegenüber New Scientist.


Philae war 60 Stunden voll funktionsfähig und erwachte dann im Juni letzten Jahres, um Ergebnisse zur Erde zu senden. Jedoch gelang es zu diesem Zeitpunkt bereits nicht, eine stabile Verbindung herzustellen. Die Muttersonde Rosetta musste dann in einen höheren Orbit um den Kometen wechseln, da dieser näher an die Sonne kam und somit aktiver wurde, sodass der Kontakt unterbrochen wurde. Die letzte Kommunikation mit dem Lander datiert auf den 9. Juli 2015, als Philae erneut Messergebnisse zur Erde sendete. Der Versuch, Befehle an den kleinen Lander zu schicken, scheiterte jedoch.

Mission war dennoch ein Erfolg

Nach dem letzten gescheiterten Versuch sieht die ESA Philae als verloren an. Es ist möglich, dass noch weitere Versuche durchgeführt werden, aber es gilt als sehr unwahrscheinlich, dass das Raumlabor noch einmal online geht. Die Bahn von 67P/Tschurjumow-Gerassimenko führt von der Sonne weg, sodass es immer unwahrscheinlicher wird, dass Philae seine Batterien weit genug laden kann um ein Signal zu senden.

Auch wenn die ESA das Weltraumlabor verloren hat, der Beitrag, den Philae zur Forschung geleistet hat, ist noch nicht einmal voll erfassbar. Bis heute arbeiten Wissenschaftler an der Auswertung der Daten, die der kleine Lander zurück zur Erde senden konnte. Es wird gehofft, aus ihnen aufschlussreiche Daten über unser Sonnensystem zu erhalten. Die Muttersonde von Philae, Rosetta, wird im September dieses Jahres kontrolliert auf 67P/Tschurjumow-Gerassimenko zum Absturz gebracht werden. Bei diesem Manöver wird die Sonde noch einmal in einen sehr tiefen Orbit über dem Kometen gehen und Aufnahmen von der Position des Landers machen, die bei der Interpretation der gesammelten Daten helfen sollen.

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