Pakistan wird immer wieder von Naturkatastrophen heimgesucht. Das Land wird nicht nur vergleichsweise oft von Erdbeben erschüttert, sondern leidet auch regelmäßig unter Überschwemmungen und Erdrutschen. Ausgerechnet in solchen Katastrophenfällen bricht dann aber oftmals das Mobilfunknetz wegen Überlastung zusammen. Dies erschwert die Arbeit der Retter enorm. Die Information Technology University im pakistanischen Lahore hat daher nun eine Box entwickelt, die im Katastrophenfall für ein Notfallnetz sorgen soll. Betroffene und Retter können dieses dann nutzen, um Anrufe zu tätigen, SMS zu verschicken oder online Informationen abzurufen.


Die Box wurde aufgeschraubt und der technische Inhalt ist zu sehen.
Das Innenleben der Rescue Base Station. Via: rescuebasestation.com

Eine Box versorgt einen Umkreis von drei Kilometern

Die mit dem Kürzel RBS bezeichnete Box besteht dabei im Wesentlichen aus einer Antenne, einem Signalverstärker und einer Batterie. Diese wird mit einem Solarmodul aufgeladen, da in Katastrophengebieten oftmals keine reguläre Stromversorgung mehr existiert. Die Box ist dabei so leicht und handlich, dass sie von den Rettern notfalls auch getragen werden kann. Auf der anderen Seite ist sie aber auch robust genug, um mit dem Helikopter in abgelegene Gebiete geflogen und dort aus der Luft abgesetzt zu werden. Einmal in Betrieb können sämtliche Handys im Umkreis von drei Kilometern das Notfallnetz nutzen. Zusätzlich wird auch eine Art SMS-Auskunft betrieben. Wer beispielsweise die Feuerwehr benötigt, schreibt dies an eine vorgegebene Nummer und erhält dann die Kontaktdaten der lokalen Feuerwehr.

Prototyp wurde von Google finanziert

Der Bau einer Box kostet dabei 6000 Dollar. Der erste in Pakistan gebaute Prototyp wurde von einer Google-Stiftung finanziert und soll in den nächsten Monaten auch erstmals in der freien Natur getestet werden. Für die Vermarktung der Box arbeiten die Forscher zukünftig mit der US-Firma Endaga und einem lokalen Kommunikationsanbieter zusammen. Das internationale Rote Kreuz hatte nach dem Erdbeben in Haiti 2010 ein ähnliches System im Einsatz. Dabei konnten allerdings nur SMS versendet werden.


Via: Reuters

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