In der Gigafactory des Autobauers Tesla werden keineswegs nur Batterien für Elektrofahrzeuge gebaut. Vielmehr nutzt der Konzern seine Kompetenz in diesem Bereich auch zur Produktion von Energiespeichern. Die sogenannte Powerwall wird etwa in Privathaushalten installiert und kann auf dem Dach produzierten Solarstrom speichern. Unter dem Namen Powerpack 2 werden zudem Netzspeicher vermarktet. Einer davon besitzt eine Speicherkapazität von 210 Kilowattstunden. Sie lassen sich aber auch miteinander kombinieren, so dass im Prinzip beliebig große Anlagen entstehen können. So hat Tesla in Kalifornien einen Netzspeicher mit einer Kapazität von 80 Megawatt installiert – den bis heute größten Netzspeicher auf Basis von Lithium-Ionen Akkus. Nun soll eine ähnliche Konstruktion, die schwankende Produktion eines Offshore-Windparks in den USA ausgleichen.


Ein Schiff ist auf dem Weg zu einem Offshore-Windrad
Windräder auf dem Meer erzeugen konstanter Strom als Anlagen auf dem Land. Trotzdem können Netzspeicher helfen, die Nachfrage besser bedienen zu können. Copyright: GE

Die Größe des Windparks wird an die Nachfrage angepasst

Geplant wird das Projekt durch die Firma Deepwater Wind. Diese will vor der Insel Martha’s Vineyard im US-Bundesstaat Massachusetts einen Windpark namens Revolution Wind Farm errichten. Geplant ist zunächst eine Leistung von 144 Megawatt. Das Unternehmen betont aber, dass die Größe letztlich flexibel sei und von der Nachfrage abhänge. So wäre auch eine Verdoppelung der Kapazität auf 288 Megawatt denkbar. In der Planungsversion sollen die Windräder ausreichend Strom produzieren, um 80.000 Haushalte zu versorgen. Erfahrung mit solchen Projekten besitzt Deepwater Wind bereits: Die Firma baute auch den ersten Offshore-Windpark in den Vereinigten Staaten überhaupt. Dieser trug dazu bei, dass ein Dieselkraftwerk abgeschaltet werden konnte – wovon Klima und Umwelt profitierten.

Auch BMW und Vatenfall verfolgen ein ähnliches Ziel

Die geplante Revolution Wind Farm soll zudem durch einen Tesla Netzspeicher mit einer Kapazität von 40 Megawatt ergänzt werden. Damit wäre ein neuer Rekordwert erreicht: Das Unternehmen spricht vom größten Windpark mit angeschlossenem Netzspeicher der Welt. Sollte es beim Genehmigungsverfahren keine unerwarteten Probleme geben, könnte im Jahr 2022 mit dem Bau begonnen werden. Deepwater-Wind-Chef Jeffrey Grybowski ist von dem Projekt jedenfalls überzeugt: „Die Leute werden überrascht sein, wie erschwinglich und zuverlässig diese Kombination im Bereich der sauberen Energie sein wird“, erklärte der Manager. Ganz so revolutionär wie versprochen ist die Kooperation zwischen Windparkbauern und Herstellern von Elektroautos aber nicht: So liefert BMW in Europa etwa Batterien für einen Windpark des schwedischen Konzerns Vatenfall.


Via: Deepwater Wind

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