Risikofaktor Mensch: Warum ein autonomer Bus in Las Vegas bereits nach einer Stunde einen Unfall hatte

Im Spielerparadies Las Vegas wird seit gestern der Einsatz eines autonomen Busses getestet. Dieser fährt eine Runde von etwa einem Kilometer und erreicht auf der Fahrt eine Höchstgeschwindigkeit von 24 Stundenkilometern. Bisher handelt es sich allerdings nur um einen Probebetrieb. Damit dieser aber auch möglichst realistisch verläuft, wurden die Bewohner und Besucher der Stadt zu einer Fahrt animiert: So war die Beförderung für Mensch und Hund nicht nur kostenlos, der Autofahrerklub AAA will pro Fahrgast auch noch einen Dollar für die Opfer des Massakers vom 01. Oktober spenden.

Kein Wunder also, dass sich gleich zu Beginn an den Haltestellen Warteschlangen bildeten. Grundsätzlich scheint die Bevölkerung dem Thema also aufgeschlossen gegenüber zu stehen.

Die Zukunft ist aktuell in Las Vegas unterwegs – allerdings noch mit kleinen Problemen. Foto: City of Las Vegas

Der Bus hat vor dem Zusammenstoß wie geplant reagiert

Bereits nach rund einer Stunde kam aber der erste Rückschlag: Der Bus stieß leicht mit einem Lieferwagen zusammen. Die polizeilichen Ermittlungen entlasteten die Technik dann aber. Demnach hat der Lieferwagen zurückgesetzt und ist dabei gegen den Bus gefahren. Dieser wiederum hat wie geplant funktioniert: Er erkannte den Lieferwagen und stoppte daher seine Fahrt. Der sich immer noch an Bord befindliche menschliche Aufpasser musste nicht eingreifen. Weil der menschliche Fahrer des Lieferwagens den Bus übersah, kam es dennoch zu der Kollision. Verletzte gab es glücklicherweise keine. Gegen den Unfallverursacher wird allerdings ein Verfahren eingeleitet: Ihm droht eine Geldstrafe.

Der Autofahrerklub AAA sponsort die Probephase

Der Bus bietet Platz für acht Personen und wurde von der französischen Firma Navya gebaut. Betrieben wird er während der zwölfmonatigen Testphase von einem Tochterunternehmen der Keolis-Gruppe. Finanziert wird das Projekt durch den Autofahrerklub AAA. Das Ziel: Mehr Erkenntnisse über das Zusammenspiel zwischen autonomen Fahrzeugen und menschlichen Fahrern zu gewinnen. So gesehen, war die Kollision mit dem Lieferwagen also durchaus eine wertvolle Erfahrung. Ein Lenkrad besitzt der Bus nicht mehr. Der menschliche Aufpasser kann das Fahrzeug aber mit Hilfe eines Joysticks steuern. Außerdem gibt es ähnlich wie bei Zügen einen Not-Halteknopf. Wird dieser aktiviert, stoppt der Bus so schnell wie möglich.

Via: City of Las Vegas