Selbst bei einfachsten Gerichten gibt es oft eine Vielzahl an verschiedenen Rezepten. Jeder Koch – und jeder Esser – hat dabei seine eigenen Vorlieben und Präferenzen. Noch verworrener wird es, wenn es um die vermeintlich landestypische Küche geht. Auch hier unterscheidet sich die Art der Zubereitung und des Geschmacks oftmals. Teilweise ist dies natürlich gewollt. China-Reisende werden schon festgestellt haben, dass dort anders schmeckende Speisen serviert werden, als in heimischen China-Restaurants. Die Köche haben sich schlicht dem deutschen Gaumen etwas angepasst und ihre Gerichte dementsprechend verändert. Auch in der indischen Küche gibt es den Ausdruck „european mild“ – der auf eine mildere Gewürzmischung, speziell für Europäer, hinweist.

Thai Curry
Foto: „Kaeng phet mu“; Takeaway CC BY-SA 3.0 (VIA WIKIMEDIA COMMONS)
Es gibt aber auch noch ein weiteres Problem: Schlechte oder unerfahrene Köche. Auch diese Erfahrung dürften viele Auslandsreisende bereits gemacht haben. Nicht jedes Restaurant, das im Ausland mit traditioneller deutscher Küche wirbt, bringt dabei auch wirklich genießbare Speisen auf den Tisch. Teilweise handelt es sich schlicht um individuelle Nachahmungen des Kochs. Diese Problematik besteht offensichtlich auch in vielen Thai-Restaurants weltweit. Diesen Eindruck jedenfalls bekam die ehemalige thailändische Ministerpräsidentin YingluckShinawatra auf ihren Dienstreisen. Das Problem schien ihr wichtig genug, um es während einer Kabinettssitzung anzusprechen.


Eine Millionen Dollar für besseres Thai-Essen

Die thailändische Regierung begann daher mit der finanziellen Unterstützung des „Thai DeliciousCommittee“. Inzwischen ist Shinawatra, inklusive ihrer Regierung, nicht mehr im Amt. Daher ist es der neuen Regierung vorbehalten, in dieser Woche ein Ergebnis dieser Förderung zu präsentieren. Für 100.000 Dollar wurde ein Roboter entwickelt, der die Qualität thailändischen Essens einschätzen soll. Dazu untersucht er die Gerichte – mit Hilfe von zehn Sensoren – auf bestimmte chemische Merkmale und vergleicht diese mit einem zuvor eingespeicherten Referenzgericht. Dafür allerdings ist die Maschine noch auf menschliche Mithilfe angewiesen. Bisher nämlich wird das jeweilige Idealgericht bestimmt, indem 120 Testesser zusammen kommen und verschiedene Versionen eines Gerichts zu probieren. Die am besten bewertete Version, wird dann zum Referenzwert. Wie viele Gerichte der Roboter bereits eingespeichert hat, ist noch unbekannt.

Botschaften sollen Roboter kaufen

Der Roboter soll von einem thailändischen Geschäftsmann weltweit verkauft werden. Dieser hofft auf eine Zusammenarbeit mit den thailändischen Botschaften. Die thailändischen Vertretungen könnten sich den künstlichen Restauranttester anschaffen und anschließend mit den lokalen Thai-Restaurants an einer Verbesserung der Qualität arbeiten. Allerdings sollen keine Thai-Restaurants geschlossen werden, nur weil sie den Roboter-Test nicht bestehen. Denkbar ist allerdings eine spezielle Auszeichnung, wenn der Roboter das Essen gut heißt. Bereits heute zeichnet das „Thai DeliciousCommittee“ thailändische Restaurant aus, die nach vorgegebenen Rezepten kochen. Nun könnte der Roboter die korrekte Umsetzung der Rezepte überprüfen.


Quelle: NyTimes

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