Kometenlandung 2014: Europäer auf Armageddon-Spuren (Foto: ESA)
Kometenlandung 2014: Europäer auf Armageddon-Spuren (Foto: ESA)

Im Januar 2014 wird die Raumsonde Rosetta, der Kometenjäger der ESA (European Space Agency), ihren 957-tägigen Winterschlaf im Weltraum beenden und im November ihre vor knapp zehn Jahren begonnene Reise mit der Landung eines Landegeräts auf dem Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko beenden.


Kometenlandung und Bohrproben

2014 wird für die Europäische Raumfahrtbehörde ESA ein ereignisreiches Jahr, welche an Michael Bays Visionen aus dem Blockbuster „Armageddon“ erinnert: Die Raumsonde Rosetta wird sich dem Kometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko nähern und ihn im August schließlich erreichen. Nach einer umfassenden Kartierung der Oberfläche des Kometen wird die Sonde im November schließlich das Landegerät Philae aussetzen, das seinen Kern genauer unter die Lupe nehmen soll. Anschließend wird Rosetta den Kometen auf seiner Reise durch das innere Sonnensystem begleiten und dabei seine Veränderungen beim Aufwärmen auf dem Weg zum sonnennächsten Punkt beobachten, den er im August 2015 erreicht.

Kometen als Ursprung des Lebens?

Hauptziel von Rosetta ist die Gewinnung neuer Einblicke in den Ursprung und die Entwicklung des Sonnensystems und insbesondere die Erforschung der Rolle, die Kometen bei der Beförderung von Wasser zur Erde und möglicherweise sogar bei der Entstehung von Leben gespielt haben könnten. Im Rahmen der Rosetta-Mission sind eine Reihe von Premieren in der Weltraumexploration vorgesehen. So sorgen erstmals bei einer Mission jenseits des Asteroidenhauptgürtels ausschließlich Solarzellen für die Stromversorgung, was den Missionsbetrieb in 800 Millionen km Entfernung von der Sonne ermöglicht.


Heikles Landemanöver

Nach Erreichen ihres Ziels wird Rosetta als erste Sonde einen Kometen umkreisen und ein Landegerät auf seinem Kern absetzen, was die Mission zu einer der bisher komplexesten überhaupt macht. Einen Kometen anzufliegen, ihn zu umkreisen und auf ihm zu landen erfordert heikle Manöver, und da nur sehr wenig über die Oberfläche des Kometen bekannt ist, kann eine sichere Landung erst vor Ort geplant werden. Das Landegerät Philae wird die ersten je auf der Oberfläche eines Kometen aufgenommenen Bilder liefern und mit Bohrungen die ersten Analysen seiner Zusammensetzung vornehmen. Mit Philae wird zum zweiten Mal auf einem Himmelskörper im fernen Weltraum gelandet. Der erste war die Sonde Huygens, die 2005 auf dem 1,3 Milliarden km von der Erde entfernten Saturnmond Titan aufsetzte.

Dem Sonnentod entgegen

Schließlich wird Rosetta als erste Sonde aus nächster Nähe beobachten, wie sich ein Komet verändert, wenn er der zunehmenden Intensität der Sonnenstrahlung ausgesetzt ist. Der Lander ist so konstruiert, dass er etwa sechs Monate lang die harten Umweltbedingungen auf der Kometenoberfläche aushalten könnte. Sein Schicksal ist im Prinzip vorprogrammiert. Entweder wird Philae durch das Ausblasen und Wegbrechen der Oberfläche in den Schweif mitgerissen oder er erleidet den Wärmetod, wenn die gegen die anfängliche Kälte isolierte Elektronik überhitzt wird.

Video: Kometen-Landung wird real

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