Die Wissenschaft ging bisher davon aus, dass das Wasser auf der Erde von Kometen stammt. Messungen der Raumsonde „Rosetta“ vom Kometen Tschuri deuten nun darauf hin, dass auch Asteroiden an der Bildung des Erdwassers beteiligt waren.


Die Rosetta-Mission hat erste wissenschaftliche Erkenntnisse hervorgebracht. Diese wurden am Mittwoch im US-Fachmagazin „Science“ veröffentlicht. Neusten Messungen der Raumsonde Rosetta zufolge ist es sehr wahrscheinlich, dass Asteroiden vor Milliarden Jahren das Wasser auf die Erde brachten. Bislang gingen Wissenschaftler davon aus, dass Kometen das meiste Wasser auf die Erde beförderten.

Kometenlandung 2014: Europäer auf Armageddon-Spuren (Foto: ESA)
Kometenlandung 2014: Europäer auf Armageddon-Spuren (Foto: ESA)

Rosetta findet vorwiegend schweres Wasser

Seit August untersucht Rosetta den Kometen 67P/Tschurjumov-Gerasimenko. Mit an Bord ist unter anderem auch ein Massenspektrometer namens „Rosina“, welches in der Lage ist den chemischen Fingerabdruck von Wasser aus der Ferne analysieren zu können. Rosina bestimmt im Rahmen der Analyse das Verhältnis zwischen Wasserstoff und dem schwereren Wasserstoffisotop Deuterium. In der Studie wird vermerkt, dass sich die Struktur des auf dem Kometen befindlichen Wassers deutlich von dem Wasser auf der Erde unterscheidet. Dieses Indiz lässt die Wissenschaftler schlussfolgern, dass das irdische Wasser von Asteroiden stamme.


Das Wasser auf der Erde besteht bekanntlich aus zwei Atomen, Wasserstoff und Sauerstoff. In äußerst seltenen Fälle kommt es dazu, dass ein normales Wasserstoffatom durch ein schweres Wasserstoffatom ersetzt wird. Kommt es jedoch zu dieser chemischen Zusammensetzung, entsteht eine Wasserart mit einer deutlich höheren Masse. Was auf der Erde eher einen sehr seltenen Fund darstellt, ist auf Kometen wohl nicht ungewöhnlich. Schließlich kann man daher ableiten, dass das meiste Wasser auf der Erde nicht von Kometen stammt. Mit dieser Erkenntnis, die jedoch mit weiteren Analysen noch bekräftigt werden muss, könnte eine kleine Wissensrevolution bevorstehen.

Kathrin Altwegg, Professorin an der Universität Bern und Mitglied der Mission, berichtete gegenüber der britischen BBC: „Das Verhältnis von schwerem Wasser zu leichtem Wasser ist drei Mal höher als auf der Erde. Das ist die höchste Dichte, die wir je im Sonnensystem gemessen haben.“

Philae soll weitere Erkenntnisse liefern

Eine vorhergegangene Analyse des Kometen Hartley 2 ergab gegenteilige Ergebnisse. Hier glichen die Wasser-Funde denen der Erde. Die Wissenschaftlerin fuhr jedoch folgendermaßen fort „Auf manchen Kometen findet sich leichtes Wasser, auf anderen schweres. Wir müssen aber annehmen, dass die Mixtur dieser Kometen schweres Wasser ergibt und damit als Herkunft für das Wasser auf der Erde nicht in Frage kommt.“

Die Rosetta-Misson wird in Zukunft noch weitere Erkenntnisse über die Entstehung der Erde liefern. Das Mutterschiff Rosetta umkreist dabei den Kometen P67 und saugt beispielsweise auch abgesondertes Gas auf um dieses näher zu untersuchen. Auf dem Kometen selbst soll das Minilabor „Philae“ weitere Proben nehmen um neue Hinweise zur Klärung zu liefern. Aufgrund eines schief gelaufenen Landemanövers, gingen Philae kurz nach dem Aufsetzen auf den Kometen bereist die Batterien aus. Das Minilabor befindet sich aktuell im Tiefschlaf. Die Wissenschaftler sind sich jedoch sicher, dass Philae noch einmal aus dem Schlaf erwacht.

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