Salz und Flüssigkeit: So will Alphabet zukünftig überschüssige Energie speichern

Kalifornien gehört zu den US-Bundesstaaten, in denen der Ausbau der Erneuerbaren Energien bereits am weitesten fortgeschritten ist. Dies bringt allerdings auch Probleme mit sich. Denn die Produktion von Windkraft- und Solaranlagen ist schwankend und nur schwer zu prognostizieren. Weil zudem nicht ausreichend Speichermöglichkeiten zur Verfügung stehen, sind alleine in diesem Jahr bereits 300.000 Megawatt Elektrizität verloren gegangen. Doch zahlreiche Unternehmen arbeiten bereits an Lösungen für diese Problematik. So hat Tesla vor einiger Zeit in Kalifornien einen Energiespeicher an das öffentliche Stromnetz angeschlossen. Dieser basiert auf dem Einsatz von Lithium-Ionen-Akkus. Googles Mutterkonzern Alphabet hat in seiner Forschungsabteilung X nun eine andere Lösug entwickelt, die großflächig zum Einsatz kommen könnte.

Die Größer einer solchen Anlage lässt sich nach Bedarf variieren. Bild: X

An heißen Tagen könnte überschüssige Solarenergie gespeichert werden

Als Speichermedien dienen dabei Salz und eine nicht frierende Flüssigkeit. Die vorhandene, aber aktuell nicht benötigte Energie wird zunächst in Wärme und Kälte umgewandelt. Die Wärme wird in Salz gespeichert und die Kälte in der Flüssigkeit. Der große Vorteil: Auf diese Weise kann die Energie theoretisch sogar mehrere Tage kostengünstig gespeichert werden. Wird nun doch wieder Elektrizität benötigt, kann ein Schalter umgelegt werden und es wird gleichzeitig Wärme und Kälte abgegeben. Treffen die beiden Ströme aufeinander, kommt es zu Verwirbelungen, die wiederum eine Turbine antreiben. Der so erzeugte Strom kann dann wieder in das Netz eingespeist werden. So könnte tagsüber Solarstrom gespeichert und nachts wieder abgegeben werden.

Das grundlegende Verfahren ist bereits seit einiger Zeit bekannt

Bisher allerdings existiert nur eine erste Testanlage, in der gezeigt werden soll, dass dieser Ansatz tatsächlich funktioniert. Die Entwicklung eines Prototyps ist hingegen bisher noch nicht vollständig finanziert. In diesem Punkt suchen die Entwickler aktuell noch nach einem Partner aus der Industrie. Das zugrundeliegende Verfahren ist zudem bereits seit längerem bekannt. Bisher mussten dafür aber hohe Temperaturen herrschen, wodurch teure Materialien benötigt wurden – und die Speicherung in der Regel unwirtschaftlich war. Die Forscher von Alphabet hingegen wollen den Ansatz nun so weiter entwickelt haben, dass er kostengünstig realisiert werden kann. Konkrete Zahlen wurden dazu allerdings noch nicht veröffentlicht.

Via: Engadget