Schiffe, die am Terminal des Windgeneratorbauers Siemens Gamesa in Cuxhaven anlegen, stoßen während der Beladung große Mengen an Schadstoffen aus. Die Dieselgeneratoren müssen auch laufen, wenn Schiffe am Kai festgemacht haben. Der Stromverbrauch ist auch während der Liegezeit so groß wie der eines kleinen Dorfes.


Foto: Hajotthu (Own work), CC BY 3.0, via Wikimedia Commons

Künftig werden die Schiffe, die in Cuxhaven Maschinenhäuser für das Werk im britischen Hull laden – dort werden Rotorblätter gefertigt –, keine Schadstoffe mehr ausstoßen. Sobald sie vertäut sind schwenkt ein Roboterarm eine riesige Steckdose Richtung Schiff. Sobald die Verbindung steht können die Schiffsdiesel abgeschaltet werden. Der Strom kommt vom Land. In Cuxhaven ist es wie überall in Niedersachsen vor allem Windstrom, der in das Schiffsnetz fließt.

Schiffe brauchen so viel Strom wie eine Kleinstadt

Die Landstromversorgung, Siharbor (Si von Siemens, Harbor=Hafen) genannt, hat eine Leistung von 630 Kilowatt. Die aus dem öffentlichen Netz gelieferte Spannung von 20.000 Volt (50 Hertz) wird in der Umformstation auf die von den hier eingesetzten Schiffe benötigte Spannung von 440 Volt (60 Hertz) umgewandelt. Andere Siharbor-Stationen, etwa in Hamburg, liefern Strom mit  unterschiedlichen Spannungen, je nachdem, wie die Bordspannung aussieht. Die Leistungen gehen bis weit in den Megawattbereich hinein. Große Kreuzfahrtschiffe haben einen Bedarf, der dem einer Kleinstadt entspricht.


Hafenstädte leiden unter schlechter Luft

Die Verbrennung von Treibstoffen zur Stromerzeugung ist die Hauptursache für die Luftprobleme großer Hafenstädte. In Hamburg etwa stammen 39 Prozent aller Stickoxide nicht aus dieselbetrieben Autos, sondern aus Schiffsmotoren, heißt es im Luftreinhalteplan der Hansestadt. Dazu kommen große Mengen an Kohlendioxid und Krebs erregende unverbrannte Kohlenwasserstoffe sowie ebenso gefährlicher Feinstaub.

Bis vor wenigen Jahren war die Luftbelastung in Hafenstädten noch deutlich höher. Die Schiffmotoren schluckten Schweröl, das einen hohen Anteil an Schwefel enthielt. Der ist nur noch auf hoher See zugelassen. In Nord- und Ostsee und im Ärmelkanal müssen die Motoren mit entschwefeltem Treibstoff versorgt werden. Das ändert allerdings nichts an den Emissionen der anderen Schadstoffe. Erst eine Ausstattung vieler Häfen mit Landstromversorgung könnte die Anwohner entlasten.

via Siemens

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