Aktuellen Zahlen zufolge ist der Norden Deutschlands auf dem richtigen Weg und könnte sogar im Hinblick auf die Nutzung erneuerbarer Energien eine Schlüsselrolle einnehmen. Zum ersten Mal ist Atomkraft in Schleswig-Holstein nicht mehr die wichtigste Stromquelle. An deren Stelle treten nun erneuerbare Energien, auch die Nutzung fossiler Energieträger erfährt einen kontinuierlichen Rückgang.


Windenergie Windräder
Foto: Wind power, Håkan Dahlström, Flickr CC BY-SA 2.0

Erneuerbare Energien nehmen weiter zu

Während in Deutschland weiterhin ein Umschwung spürbar ist und neben der Reduzierung der Kohlekraftwerke auch immer mehr Atom-Meiler abgestellt werden, setzt Ägypten beispielsweise in Zukunft wieder vermehrt auf Atomkraft, statt auf Sonnenenergie. Gleich vier neue Kernkraftwerke sollen in den nächsten Jahren errichtet werden. So kann man es natürlich auch machen. Deutschland wählt langfristig gesehen allerdings vielleicht den sichereren Weg. Im letzten Jahr wurden im nordöstlichsten Bundesland 12,4 Millionen Megawattstunden Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt. Das ist ein Plus von 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Damit erobern die „Erneuerbaren“ zum ersten Mal das Siegertreppchen. Einer heute veröffentlichten Statistik vom Statistikamt Nord zufolge, gehen 43,3 Prozent von der Gesamtproduktion des Stroms auf das Konto der erneuerbaren Energien. Mit knapp 11,5 Millionen Megawattstunden rangiert die Atomenergie nur noch auf Platz 2 und erreicht 40,2 Prozent. Weit abgeschlagen sind die fossilen Energieträger (Stinker) mit einem Anteil von 15,4 Prozent. Biogas konnte ebenfalls einen Zuwachs von 4,1 Prozent verzeichnen. Unter der Gesamtrechnung kommt schließlich eine Summe von 28,7 Millionen Megawattstunden Strom, die 2014 allein in Schleswig-Holstein produziert wurden, zusammen. Ein Mehr von 4,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.


2015 soll der Strom-Anteil aus erneuerbaren Energien bereits 100 Prozent betragen

Ziemlich spannend werden auch die Zahlen aus diesem Jahr. Energieminister Robert Habeck ist recht zuversichtlich und betonte jüngst, dass in diesem Jahr noch einmal ein ansehnlicher Zubau erneuerbarer Energiequellen erfolgte. Rein rechnerisch betrachtet könnte Schleswig-Holsteins Bruttostromverbrauch schon 2015 voraussichtlich zu mehr als 100 Prozent mit Strom aus erneuerbaren Energien gedeckt werden. Das Vorreiterland möchte an dem grünen Vorhaben weiter festhalten und bis 2025 bereits 300 Prozent des rechnerischen Stromverbrauchs aus erneuerbaren Energien decken.

Der wichtigste Träger der erneuerbaren Energien war mit Abstand die Windkraft, die ein Plus von 22 Prozent verzeichnete. Das sind stolze 8,2 Millionen Megawattstunden Strom. Windkraftanlagen, die sich in Schleswig-Holstein noch im Genehmigungsverfahren befinden, allerdings wohl schon kurz vor der Inbetriebnahme stehen, sollen noch bis zum Jahresende mit einer Nennleistung von 7800 Megawatt installiert werden.

Neben der Installation effizienter Anlagen, wird nach wie vor auch Hände-ringend nach Möglichkeiten gesucht die immensen Strommassen vor allem in günstigen Produktionszeiten zwischenspeichern zu können um bei Engpässen unkompliziert und schnell auf die Reserven zurückgreifen und vor allem das Stromnetz stabilisieren zu können. Unternehmen wie Hydrostor arbeiten dafür bereits an geeigneten Lösungen, die jedoch vorrangig in Küstennähe zum Einsatz kommen dürften.

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