Offshore-Windparks liefern deutlich mehr Energie als entsprechende Anlagen an Land. In Schottland können die Windkraftanlagen zudem vergleichsweise nah an der Küste gebaut werden: Anders als in Deutschland müssen sie nicht außerhalb der Sichtweite der Küstenbewohner installiert werden. Das windreiche Schottland produziert daher so viel Windstrom, dass sich damit theoretisch fast der komplette Elektrizitätsbedarf der Region decken lässt. Rund fünfzehn Kilometer vor der Küste von Aberdeen soll nun zudem eine neue Technologie erstmals großflächig getestet werden. Dort ist ein schwimmender Windpark mit insgesamt acht Turbinen und einer Leistung von 50 MW geplant. Rein rechnerisch könnten die Windräder damit rund 56.000 Haushalte mit Strom versorgen.


© Scottish Government

Künftig entscheiden alleine die Windverhältnisse über die Wahl des Standorts

Der Vorteil der schwimmenden Windräder liegt auf der Hand: Sie müssen nicht mühsam im Meeresgrund verankert werden und können daher auch in Regionen mit tiefem Wasser problemlos installiert werden. Die Projektbetreiber können den Standort also danach auswählen, wo die günstigsten Windverhältnisse herrschen. Außerdem ist die Belastung für das Ökosystem des Meeres deutlich niedriger, wenn keine Bohrungen im Meeresgrund vorgenommen werden müssen. Der geplante Windpark südöstlich von Aberdeen erhielt nun die Zustimmung der Behörden und soll während Planung, Bau und Betrieb rund 110 Arbeitsplätze schaffen. Zu den Unterstützern des Projekts gehört Schottlands Energieminister Paul Wheelhouse. Er hofft, dass in Aberdeen das Potential der Technik deutlich wird und zukünftig weltweit zahlreiche ähnliche Projekte in Angriff genommen werden.

Schottland gehört zu den Klimavorreitern in Europa

Der Energieminister setzt zudem darauf, dass die schwimmenden Windräder helfen können, die Klimaemissionen Schottlands zu senken. Schon heute hat die Region allerdings ihre Klimaziele für das Jahr 2020 erreicht – nicht zuletzt dank des massiven Ausbaus der Windkraft. Auch die Umweltschützer des WWF zeigen sich von dem neuen Projekt begeistert: „Die andauernde Entwicklung von schwimmenden Windturbinen in Schottland ist ermutigend, weil sie uns und andere Nationen in die Lage versetzen könnte, noch mehr saubere Energie durch Offshore-Windfarmen zu generieren“, teilte die Organisation mit. Bisher ist allerdings noch nicht klar, wann der schwimmende Windpark tatsächlich an das britische Stromnetz angeschlossen wird.


Via: BBC News

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