Vor der Küste Schottlands wird seit mehreren Jahrzehnten Öl gefördert, wovon die Region auch wirtschaftlich sehr stark profitiert hat. Inzwischen hat die schottische Regierung aber längst auf das absehbare Ende der fossilen Energieträger reagiert. So wurde die Windkraft massiv ausgebaut, sodass damit bereits heute rein rechnerisch ein Großteil des Strombedarfs gedeckt werden kann. Auch in Sachen Klimaschutz gehört Schottland zu den Vorreitern: So konnten die Klimaziele für das Jahr 2020 bereits im vergangenen Jahr realisiert werden. Nun hat sich die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon einer anderen Problematik angenommen: Der zu hohen Luftverschmutzung. Ihre drastische Gegenmaßnahme: Ab dem Jahr 2032 sollen nur noch emissionsfreie Fahrzeuge neu zugelassen werden.


Der Ausbau der Infrastruktur ist ein wichtiger Teil der schottischen Umstiegspläne. Bild: Electric car charging station, PROHåkan Dahlström, Flickr, CC BY-SA 2.0

Bisher fehlt es der schottischen Regierung noch an den nötigen Kompetenzen

Damit übertrifft Schottland sogar die geplante Neuregelung in Großbritannien. Die britische Regierung will eine ähnliche Maßnahme umsetzen – hat allerdings erst das Jahr 2040 im Blick. Das Problem: Schottland hat bisher keine eigenen Kompetenzen in Sachen Fahrzeugzulassung. Zwar wird aktuell an einem neuen Unabhängigkeitsreferendum gearbeitet. Wann dieses aber abgehalten wird und wie es ausgeht, ist noch völlig unklar. Alternativ könnte sich die schottische Regierung die benötigten Kompetenzen aber auch über Verhandlungen sichern. Wie genau sie in diesem Punkt vorgehen möchte, erklärte Sturgeon noch nicht. Stattdessen sollen nun zunächst die Voraussetzungen für die Umstellung auf einen emissionsfreien Verkehrssektor geschaffen werden. Dies bedeutet vor allem: Investitionen in die Infrastruktur.

Windenergie kann für die Fahrten mit Elektroautos genutzt werden

So soll die Zahl der Ladestationen massiv ausgebaut werden. Dies gilt sowohl entlang der Fernstraßen als auch innerhalb von dicht besiedelten Wohngebieten. Als Modellprojekt ist zudem geplant, die Fernstraße A9, die Schottland von Norden nach Süden einmal komplett durchzieht, so auszubauen, dass sie problemlos für Elektroautos geeignet ist. Mit solchen und ähnlichen Pilotprojekten soll der Umstieg auf Elektrofahrzeuge erleichtert und gefördert werden. Zukünftige Investitionen im Bereich der Elektromobilität werden dann über einen neu eingerichteten Innovationsfonds finanziert. Der schottische Automarkt ist zwar vergleichsweise klein und entspricht nur in etwa einem Anteil von zehn Prozent am gesamten britischen Markt. Durch die Nutzung der vorhandenen Windenergie fällt die Klimabilanz von Elektroautos dort aber besonders gut aus.


Via: Electrek

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