Im Rahmen des Weltklimavertrags von Paris hat sich Schweden verpflichtet, bis zum Jahr 2050 klimaneutral zu werden. Nun geht das Land aber sogar noch darüber hinaus: Mit dem aktuell verabschiedeten Klimagesetz wird bereits das Jahr 2045 als Zielpunkt für die Klimaneutralität benannt. Dies hat das schwedische Parlament mit großer Mehrheit beschlossen. Lediglich 41 Parlamentarier der Schwedendemokraten stimmten dagegen, die restlichen 254 Abgeordneten sprachen sich für das Gesetz aus. Allerdings wird das Land auch im Jahr 2045 noch Klimaemissionen verursachen. Tatsächlich ist bis dahin nur ein Rückgang der Emissionen um 85 Prozent im Vergleich zum Referenzjahr 1990 festgeschrieben. Die restlichen Emissionen sollen aber durch Ausgleichsmaßnahmen im Ausland neutralisiert werden.


Auch Norwegen will die eigenen Emissionen im Ausland ausgleichen

Dies können Wiederaufforstungsprojekte sein oder Klimaschutzmaßnahmen in Schwellen- und Entwicklungsländern. Der Ausbau der Solarenergie in Afrika könnte beispielsweise dazu führen, dass fossile Kraftwerke abgeschaltet werden können – und so Klimaemissionen eingespart werden. Wie genau die Ausgleichsmaßnahmen aussehen werden, ist noch nicht bekannt. Es bietet sich aber eine Zusammenarbeit mit dem Nachbarland Norwegen an. Dort ist geplant, bereits ab dem Jahr 2030 die eigenen Klimaemissionen durch Investitionen im Ausland auszugleichen. Das schwedische Klimagesetz sieht zudem konkrete Einzelschritte vor: So sollen die Emissionen bereits bis zum Jahr 2030 um 63 Prozent reduziert werden. Die Regierung ist zudem verpflichtet, einmal jährlich vor dem Parlament über den Fortschritt der Klimaschutzbemühungen zu berichten.


Umweltschützer fordern sofortige Maßnahmen für den Klimaschutz

Bei einem Verstoß gegen die Vorgaben des Klimagesetzes drohen den Regierungsmitgliedern allerdings keine strafrechtlichen Konsequenzen. Das Parlament kann aber beispielsweise ein Misstrauensvotum anstrengen. Es ist zudem davon auszugehen, dass auch zukünftige Regierungen sich dem Gesetz verpflichtet fühlen. Denn der Verabschiedung sind rund sechsjährige Beratungen vorangegangen, in die alle relevanten politischen Organisationen involviert waren. Es ist also nicht damit zu rechnen, dass zukünftige Regierungen das Klimagesetz direkt wieder ändern werden. Umweltschützer begrüßten die Verabschiedung der Zielvorgaben grundsätzlich, betonten aber auch, dass sofortige Maßnahmen notwendig sind, um die Erderwärmung auf maximal zwei Grad zu beschränken. Es bleibt also spannend zu beobachten, wie das nun verabredete Ziel, konkret mit Leben gefüllt werden soll.

Via: Climatechangenews

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