3D-Drucker sind vielfältig einsetzbar. Zukünftig soll sich sogar eine beinahe unbegrenzte Anwendungsbreite ergeben. Olaf Diegel, Professor an der Lund-Universität in Schweden, arbeitet bereits seit den 1990er Jahren mit diesen Druckern. Vor drei Jahren schließlich gründete er eine Firma, die – mit dem 3D-Drucker hergestellte – Gitarren verkauft. Zusätzlich produzierte Diegel nun noch ein Schlagzeug und ein Keyboard per Drucktechnik. Musiker der „Malmö Academy of Music“ gaben damit dann das weltweit erste Konzert auf Instrumenten aus einem Drucker.
3D Drucker Band
Allerdings wurden die Instrumente nicht auf handelsüblichen 3D-Druckern hergestellt. Vielmehr entwirft der schwedische Professor seine Versionen zwar an seinem Computer – schickt diese dann aber an die Firma Cubify. Diese nutzt zur Produktion dann industrielle Laserdrucker, die deutlich akkurater arbeiten, als die 3D-Drucker für Privatpersonen. Im Schnitt dauert dabei der Druck eines Gitarrenkörpers elf Stunden. Anschließend muss dieser noch mit einem ansprechenden Design versehen werden. Den finalen Produktionsschritt wiederum unternimmt dann Diegel wieder selbst: Er ergänzt die Teile einer Gitarre, die sich nicht im Drucker herstellen lassen – beispielsweise die Saiten. Alles in allem dauert die Produktion einer solchen Gitarre, je nach Komplexität des Entwurfs, zwischen einigen Tagen und mehreren Wochen.


Musiker lassen sich überzeugen

Zunächst allerdings zeigen sich viele Musiker skeptisch gegenüber aus Plastik produzierten Gitarren. Nach Angaben Diegels ändert sich dies aber, sobald sie seine Produkte einmal selbst testen. Dann seien die Musiker vom guten Klang der geruckten Gitarren überrascht. Zwar bleibt es letztlich wohl die persönliche Entscheidung eines jeden Musikers, ob er sich von den neuen Gitarren überzeugen lässt. Mit ihrem Konzert allerdings bewiesen die schwedischen Musiker zumindest, dass sich den produzierten Instrumenten durchaus wohlklingende Töne entlocken lassen.

Der große Vorteil der Instrumente ist aber das Design: Mit der 3D-Druck-Technik lassen sich Formen, Figuren und Prägungen integrieren, die auf gewöhnliche Weise nicht umzusetzen wären. So ist eine der Gitarren im US-Look gestaltet und verfügt über eine detailgetreue Miniatur-Nachbildung der Freiheitsstatur. Nur durch solche designtechnischen Spielerein lasse sich der Einsatz eines 3D-Druckers überhaupt rechtfertigen, so Diegel. Für ganz gewöhnliche Gitarrenkörper sei das Produktionsverfahren nämlich noch zu teuer.


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