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Schweizer Forscher entwickeln Antibiotika-Alternative

Nachdem die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und auch der Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) seit geraumer Zeit schon vor der zunehmenden Resistenz von Keimen gegen Antibiotika warnen, ist Forschern aus der Schweiz nun ein kleiner Durchbruch bezugnehmend auf künftige Behandlungen von bakteriellen Infekten gelungen. Das internationale Forscherteam unter Schweizer Leitung hat eine Substanz entwickelt, die in naher Zukunft schon als Alternative von Antibiotika eingesetzt werden könnte.

Bakterien im Urin

Antibiotika resistente Bakterien Bild: Mkaercher CC BY-SA 3.0 (VIA WIKIMEDIA COMMONS)

Neue Substanz verspricht Hilfe gegen Wirkungslosigkeit von Antibiotika

Eduard Babiychuk und Annette Draeger vom Institut für Anatomie an der Universität Bern übernahmen die Leitung bezüglich der Forschungen an der neuartigen Antibiotika-Alternative.

Wir haben einen unwiderstehlichen Köder für bakterielle Toxine kreiert. Aus diesem Grund attackieren sie die Liposomen und werden dort gezielt eingefangen und unschädlich gemacht, ohne dass sie unsere Körperzellen schädigen. So Eduard Babiychuk gegenüber der Nachrichtenagentur SDA.

Die Studie wurde unter anderem in der Fachzeitung „Nature Biotechnology“ abgedruckt. Jährlich sterben allein in Deutschland 15.000 Menschen an durch Bakterien hervorgerufene Krankheiten, die aufgrund von Resistenzen nicht mehr erfolgreich mit Antibiotika behandelt werden konnten. Die Wirkungslosigkeit von Antibiotika nimmt weiter zu. Alternativen sind gefragt denn je. Experten werfen vor allem behandelnden Ärzten vor, zu schnell Antibiotika zu verschreiben. Oftmals wird das Medikament sogar empfohlen, obwohl ein Virus-Infekt vor liegt. Bekanntlich ist Antibiotika gegen Viren nutzlos. Hier muss folglich ein rapides Umdenken stattfinden.

Patentanmeldung und erste Studien

Den neusten Erkenntnissen zufolge ist es den Forschern gelungen eine Art Schutzschild für die Zellen durch Liposomen zu errichten. Das Schild fängt dabei die von Bakterien ausgestoßenen Giftstoffe ab. Der neue Wirkstoff wurde durch die Technologietransfer-Organisation Unitectra Bern beim Patentamt eingereicht. In der Folge sollen klinische Studien mit der neuen Antibiotika-Alternative durchgeführt werden. Langzeitstudien sind ebenfalls noch erforderlich. Der Wirkstoff wird zudem von Genfer Biotechfirma Lascco hergestellt und weiterentwickelt.

Eine erste klinische Studie steht bereits kurz vor dem Start, halten die vertrauten Experten fest. Dabei sollen Patienten behandelt werden, die an einer schweren Lungenentzündung, die wiederum durch Streptokokken hervorgerufen wird, leiden. Die Ergebnisse werden mit Spannung erwartet. Sollte sich der neue Wirkstoff durchsetzen, hätten die Forscher zunächst eine Lösung für den Kampf gegen Antibiotika resistente Infektionen gefunden.

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