Selbstfahrende Autos und Busse befinden sich zur Genüge in Planung, jetzt kommt eine neue Idee aus Frankreich: Alain Thèbault und Anders Bringdal möchten die Flüsse, Kanäle und Meereszonen der weltweiten Großstädte für den autonomen Personenverkehr nutzen.


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Die Wassertaxis der Zukunft? / Foto: SeaBubbles

500.000 Euro Startkapital von prominenten Unterstützern

Die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo zählt nach Presseberichten bereits zu den Unterstützern dieses Konzepts, ihre Stadt hätte auch reichlich Wasserfläche für die kleinen Flitzer zu bieten. Eine halbe Million Euro Startkapital steht auch schon bereit, das Geld stammt beispielsweise aus einem speziellen Fonds der französischen Regierung sowie von dem Kapitalbeteiligungsunternehmen Partech Ventures. Im nächsten Jahr soll sich noch eine vollständige Million von ungenannten Geldgebern hinzugesellen.

Kaum Wellengang schont die Uferbefestigungen

Ein Prototyp des Wassertaxis wurde allerdings noch nicht gebaut, dafür gibt es aber beeindruckende digitale Bilder zu sehen. Diese Entwürfe zeigen ein Gefährt, das mehr über dem Wasser schwebt als fährt, und dabei eine Geschwindigkeit von bis zu 60 mph erreicht. Es bewegt sich mit seinem Elektroantrieb autonom vorwärts und steuert auch selbständig die Ladestationen an. Die Tragflügel dienen dazu, den Wellengang zu unterbinden, sodass das die SeaBubbles kaum Wasserbewegungen verursachen. Das schont die Uferbefestigungen, die sonst häufiger erneuert werden müssten. Fahrgäste fordern das Taxi für bis zu fünf Personen über eine Smartphone-App an, so, wie wir es bereits von Uber kennen.


Hier könnt ihr euch das Projekt auf Video ansehen

Ehrgeiziges Ziel: Produktionsstart im Januar 2017

Natürlich setzt der Betrieb der SeaBubbles auch eine gewisse Infrastruktur voraus, an den Haltestellen müssen spezielle Slots entstehen, die ein sicheres Ein- und Aussteigen ermöglichen. Ein erstes funktionierendes Gefährt mit den Maßen 4,3 x 2,3 m soll in naher Zukunft entstehen und auch an der App wird schon gefeilt. Das ehrgeizige Ziel liegt darin, bereits Anfang 2017 mit der Produktion zu starten und die fertigen SeaBubbles auf der nächsten Consumer Eletronics Show (CES) zu präsentieren. Im Mai 2017 beginnt entsprechend der aktuellen Pläne die erste Auslieferung der Wassertaxis.

Profitabel klingt das Projekt allemal, und bei einer großen Anzahl der kleinen Gefährte könnten die städtischen Straßen durchaus Entlastung finden. Aber wie sieht es dann auf den Gewässern aus? Bereitet das Flanieren an der Seine noch dieselbe Freude wie zuvor, wenn überall eifrige kleine Taxis hin- und herflitzen und vom Blick auf Notre Dame und dem Eiffelturm ablenken? Romantiker werden sicher jetzt den Kopf schütteln.

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