Elektromobilität nimmt nicht nur im Automobil- und Schienenfahrzeugbereich Fahrt auf, sondern soll auch die Schifffahrt in Zukunft umweltfreundlicher gestalten. Hierfür wird bereits an spannenden Projekten wie etwa dem Solar-Katamaran vom englischen National Oceanography Centre oder dem Future Ship der Royal Navy gearbeitet. Mit dem Seacharger möchte auch der im Silicon Valley ansässige Ingenieur Damon McMillan zeigen, das Schiffe sich in Zukunft elektrisch und vollkommen autonom auf den Weltmeeren fortbewegen können. Knapp zwei Jahre hat es gedauert, bis der Prototyp fahrbereit gemacht werden konnte. Am 30 Mai soll die Abenteuerfahrt von Kalifornien nach Hawai starten. Der Seacharger wird lediglich mit Solarstrom angetrieben, der über zwei befestigte Photovoltaik-Panels generiert wird.


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Drei Tage ohne Sonne sind kein Problem

Der geplante 3.200 Kilometer-Trip kann ab Montag den 30. Mai auch live im Netz mitverfolgt werden. Das Solar-Boot misst in der Länge 2,30 Meter und in der Breite 0,55 Meter. Das Gewicht wird auf 22,7 Kilogramm beziffert. Zwei 100-Watt Solar-Panele von Renogy versorgen eine 50 Zellen LiFePo4-Batterie mit Strom. Mit Hilfe des zwischengespeicherten Stroms, der zu Spitzenzeiten auf Reserve liegt, kann da Solarboot drei Tage ohne Sonne auskommen. Dem Entwickler zufolge beträgt die Geschwindigkeit 3 Knoten also knapp 5,5 km/h. Mit an Bord und genauer gesagt mittig, zwischen den beiden Solar-Panelen platziert, befindet sich ein GPS-Sender und eine Arduino-Einheit sowie ein Satteliten-Modem, um mit dem Boot kommunizieren zu können und die Standortdaten zu erhalten. Dank des Mini-Rechners an Bord, findet das Solar-Boot den Weg selbst und bleibt stets auf Kurs. Es bewegt sich also autonom fort und wird nicht aus der Ferne gesteuert.

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Im November 2015 startete bereits ein Student aus Spanien den Versuch das autonom fahrende Boot „Scout“ durch den Ozean fahren zu lassen. Der Versuch scheiterte, da das Boot einfach vom Radar verschwand und von der rauen See verschluckt wurde. McMillan hat von diesem Versuch gelernt und stuft sein Boot als deutlich stabiler und leistungsfähiger ein.

Beim Thema Roboter-Schiffe hat sich auch das Projekt MUNIN schon als ziemlich spannend erwiesen. Rolls Royce hat sich Gedanken darüber gemacht, wie die unbemannte Schifffahrt in Zukunft aussehen könnte und welche Vorteile diese mit sich bringt. Hauptsächlich soll dabei der Mensch als Risiko-Faktor „ausgeschaltet“ werden. Statt riesige Container-Schiffe noch selbst zu fahren, sollen diese eines Tages von Hightech-Zentralen aus überwacht werden. Passend dazu ist auch der folgende Videoclip sehr zu empfehlen.

Roboterschiffe werden von einer Hightech-Zentrale aus überwacht

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