Als Jules Dervaes mit seinem Projekt begann, glaubte er selbst kaum daran, dass es funktionieren würde: Aus knapp 400 qm Bodenfläche mitten in der Stadt eine 5-köpfige Familie zu ernähren, das klang eher wie eine Utopie als wie ein realistischer Plan! Doch nach einiger Zeit erwirtschaftete er sogar Überschüsse und verdiente damit zusätzlich 20.000 Dollar pro Jahr.


Ein essbarer Paradiesgarten wenige Minuten außerhalb des Stadtzentrums / Foto: Screenshot aus dem Youtube-Video s.u.

Die Stadtfarm bringt pro Jahr 2.700 kg Nahrung hervor

Sein Projekt nannte der urbane Farmer »Pfad zur Freiheit«, da es ihm die Unabhängigkeit vom Arbeitsmarkt einbrachte. Am 27. Dezember jährt sich sein Todestag zum ersten Mal, genau der passende Zeitpunkt also, um auf die inspirierende Leistung dieses Mannes zurückzublicken. Sein Grundstück in Pasadena, Kalifornien, liegt unweit einer Hauptstraße auf städtischem Gebiet und bringt etwa 2.700 kg gesunde, pestizidfreie Nahrungsmittel pro Jahr hervor. Neben 400 verschiedenen Sorten von Gemüse und Obst »ernten« die Dervaes’ noch heute Tausende Eier pro Jahr, denn sie halten in ihrem Öko-Paradies auch Hühner und Enten. Das Federvieh sorgt außerdem dafür, dass sich das Aufkommen gefräßiger Insekten in Grenzen hält, und macht so die Verwendung von Pestiziden überflüssig. Auch Ziegen, Bienen und natürlich jede Menge Kompostwürmer gehören zum Nutztierzoo der Familie.

Umliegende Nobelrestaurants kaufen frische Ware ein

Jules Dervaes sagte einst: „Ich brachte das Land in die Stadt, anstatt auf das Land rausgehen zu müssen“ – und das ist im gewissen Sinne wirklich wahr! Die Küchenchefs umliegender Nobelrestaurants, die auf frische lokale Ware setzen, haben es gar nicht weit bis zum »Terrassenverkauf« der urbanen Farm, und sie nutzen ihre Chance reichlich. Vom eingenommenen Geld kaufen sich die Dervaes’ unter anderem Nahrungsmittel, die sie nicht selbst anbauen können, wie Reis und Weizen. Doch der Ertrag aus eigenem Anbau deckt 75 % ihres Bedarfs!


Den zugehörigen Strom für Wohnen und Arbeiten liefert fast ausschließlich die Solaranlage, die meisten Prozesse laufen auf diesem speziellen Grundstück ohnehin mechanisch per Handantrieb. Die Energierechnung beläuft sich infolgedessen auf 12 Dollar pro Monat, die Benzinrechnung für das Auto ist gleich null: Aus kostenlosen Speiseölresten braut sich die Familie eigenen Biodiesel und pumpt diesen manuell in den Tank. Wie das Auto darauf reagiert und ob die Gesetzeslage so etwas auch in Deutschland erlauben würde, wissen wir allerdings nicht.

In diesem Video stellt Jules Dervaes seine urbane Farm vor

Alte Wasserspeichermethode sorgt für saftigen Salat

In Pasadena regnet es nicht gerade viel, darum verbuddelte Jules Dervaes Tongefäße zwischen den Pflanzen im Boden, die Wasser aufnehmen und dieses durch ihre poröse Oberfläche nach und nach wieder abgeben. Diese alte Methode erleichtert die regelmäßige Bewässerung der Beete und sorgt dafür, dass der Salat richtig schön saftig wird. Ganz schön einfallsreich!

Quelle: nur-positive-nachrichten.de

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2 Kommentare

  1. Matthias Schedel

    3. Dezember 2017 at 14:50

    Wir verbrauchen ca 600 EUR für Essen pro Monat.
    Das ist sehr viel für eine 4 köpfige Familie.
    Der nette Herr hat am Anfang erreicht seinen Grundbedarf zu decken, dann ist es mehr geworden und -Überraschung- auf einmal kann er sogar 20.000 USD pro Monat erwirtschaften.
    Die bewirtschaftete Fläche ist 400 Quadratmeter. Ein Hektar ist deutlich größer und bringt einem landwirtschaftlichen Betrieb vielleicht 2.000 EUR pro Jahr (!).
    Irgendwie gibt es ein paar Unstimmigkeiten. Es kann eigentlich nur eine logische Erklärung für die 20.000 USD pro Monat geben. Wurde eventuell etwas verbotenes angebaut?

  2. Matthias Paschke

    3. Dezember 2017 at 16:05

    Die 20000 Dollar pro Monat kommen durch den Verkauf der Bioerzeugnisse an die Nobelrestaurants zustande. Hätte er an ALDI verkaufen müssen, wäre er immer noch pleite…

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