Online-Vermietungsplattformen wie Airbnb oder auch Wimdu, wo private Eigentümer ungenutzte Wohnflächen zur Miete anbieten können, liegen absolut im Trend. Besonders Touristen aus der ganzen Welt nutzen diese Online-Portale immer häufiger und ziehen eine solche Option einem Hotel vor. Doch nicht nur Privatpersonen haben das Potenzial entdeckt. Allem Anschein nach stecken hinter den Nutzernamen bei Airbnb und Co. Unternehmen, die auf diesem Weg mehr Umsätze als mit einer klassischen Vermietung verdienen können. Dass Airbnb dabei die Gentrifizierung in der deutschen Hauptstadt Berlin beeinflusst, haben nun drei Studenten einer Potsdamer Universität unter Beweis gestellt und in einer sehenswerten Studie umfassend dargestellt.


Airbnb vs. Berlin

Im Rahmen des studentischen Projekts „Airbnb vs. Berlin“ der FH Potsdam veröffentlichten Alsino Skowronnek, Lucas Vogel und Jonas Parnow beeindruckende Erkenntnisse zur Popularität sogenannter Sharing-Economy-Portale im Zusammenhang zur Entwicklung der Mietpreise, die wiederum einen Einfluss auf die anhaltende Gentrifizierung haben.


Sharing-Economy wird von Unternehmern ausgenutzt

Mit rund 11.700 Wohneinheiten stellt Berlin die Stadt mit den meisten Angeboten beim Marktführer Airbnb dar. Auffällig ist, dass die Vielzahl dieser Wohnungen in den angesagten Bezirken sowie im Zentrum der Hauptstadt zu finden ist. Beispiele hierfür sind Kreuzberg-Friedrichshain, Neukölln und Prenzlauer Berg. In den letzten fünf Jahren verdoppelten sich fast die Mietpreise in diesen Bezirken, die als Hochburgen für Touristen gelten. Ein Grund hierfür könnten Sharing-Economy-Portale wir Airbnb darstellen, denn hier sind laut dem Grundsatz des Marktführers nämlich bei Weitem nicht nur private Vermieter angemeldet, sondern Power-User mit teilweise mehr als 40 Wohnungen. Deren Anteil insgesamt 29 Prozent in Berlin.

Airbnb vs. Berlin-1

Weniger Wohnraum in trendigen Berliner Bezirken

Obwohl es seit Mai 2014 laut dem Zweckentfremdungsverbot gesetzlich verboten ist, Wohnungen ohne Genehmigung als eine Ferienwohnung zu vermieten, sind Berliner Vermieter trotzdem sehr aktiv auf diesem lukrativen Markt und verdienen somit viel mehr Geld als durch eine übliche Vermietung an eine Familie oder einen Verbraucher. Dies beweist ein Blick auf den durchschnittlichen Preis einer Berliner Airbnb-Wohnung, den die Studenten auf 55 Euro pro Tag mit Minimalbesetzung beziffern. Dieser ist für die besagten Trend-Viertel zudem deutlich zu gering und liegt normalerweise etwas höher. Nehmen wir allerdings diese Summe x 30 Tage, so entsteht ein Gesamtumsatz von 1.650 Euro für den Vermieter. Ein monatlicher Mietpreis, der auf dem klassischen Weg nicht erzielt werden kann. Wohnraum, der auf Airbnb angeboten wird, steht also Berliner Einwohnern nicht mehr zur Verfügung. Von 1.9 Millionen Berliner Wohnungen ist jede 240. allein bei Airbnb gelistet. Die Mietpreisentwicklung wird also weiterhin angeheizt, sodass Berliner Einwohner in die Außenbezirke verdrängt werden.

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1 Kommentar

  1. Tommy

    30. März 2015 at 17:05

    Dass diese Sharing Portale streng genommen im Schwarzbereich der Wirtschaft handeln sollte jedem klar sein. Uber wurde nun in Deutschland verboten und es sollten nun auch hoffentlich langsam alle anderen auf die schwarze Liste kommen, die aus jeder Privatperson einen Gewerbetreibenden in Scheinselbstständigkeit verwandeln.

    Bei Uber klagen die Taxiunternehmen (zu Recht) wegen Personenbeförderungsscheinen, TÜV Abnahmen, Versicherungsschutz etc.

    Natürlich alles zur Sicherheit des Gastes und auch um steuerlich gleiche Pflichten und Abgaben zu leisten. Ob diese zu hoch oder niedrig sind, in der Menge angemessen steht auf einem anderen Blatt, aber es besteht ein allgemeines Gleichgewicht und alle die Geld gewerblich einnehmen müssen es versteuern. Punkt!

    Bei Airbnb wird jeder Privathaushalt zum Hobbyhotel umgewandelt, wobei in keinster Weise der Sicherheit, Steuerabgabe oder sonstige Meldepflichten nachgegangen wird. Was tun wenn es brennt? Im Hotel müssen immer zwei Fluchtwege, Feuerlöscher, Rauchmelder,Fluchtwegsbeschilderungen in und außerhalb des Zimmers gegeben sein.

    Die Hygiene der Küche, der Bäder oder auch die Brandbeständigkeit der Böden und Stoffe muss nachgewiesen werden.

    Da ich selbst in einem Hotel arbeite weiß ich um die strengen Normen und Regeln, wenn der TÜV einmal wieder alle Materialnachweise, Notwegeleuchten und Rauchmelder prüft und die Feuerwehr auf Anleiterung, Fluchtwegspläne etc. achtet sowie die Belüftung der Bäder, Flure und Notwege prüft. Diese Punkte kosten uns auch für ein sehr kleines Hotel (unter 18 Zimmer) jedes Jahr fast fünfstellige Beträge. Bei Erstinstallation auch mal um einiges mehr.

    Und alles nur mit der Begründung, dass es um die Sicherheit der Gäste geht, denn wenn es einmal brennt oder jemand mit der Zigarette einschläft und sich selbst verletzt, dann muss der Betreiber für alles gerade stehen, außer er hat sich an oben genannte Vorschriften gehalten und von Feuerwehr, Brandschutz etc. alle Genehmigungen erhalten.

    Und hier finde ich es einfach dreist, dass auf Airbnb Privatpersonen zu teureren Zimmerpreisen teils über 40 Zimmer online anbieten, sich eine goldene Nase verdienen und die Sicherheit der Gäste und natürlich auch die Gleichstellung komplett ignorieren.

    Auch hier sollte und MUSS man für Gleichberechtigung sorgen. Wir versteuern unseren Umsatz und die Personalkosten auch nicht aus Spass und Freude… oder führen aufwendige Buchhaltung für Ämter und Behörden.

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