Deutschland steht aktuell im Mittelpunkt der weltweiten Klimapolitik. Denn weil Gastgeber Fidschi nicht über eine geeignete Infrastruktur verfügt, findet aktuell die 23. Weltklimakonferenz in Bonn statt. Aber auch in der nationalen Politik werden aktuell wichtige Weichenstellungen diskutiert. So spielt in den Koalitionsverhandlungen zwischen CDU, CSU, FDP und den Grünen auch die Klimapolitik eine wichtige Rolle. Einer der Streitpunkte: Der Kohleausstieg. Während die Grünen im Wahlkampf ein konkretes Ausstiegsdatum gefordert haben, wollen die anderen Parteien es bei eher vagen Ankündigungen belassen.


Eine beachtliche Anzahl an Großkonzernen hat sich nun allerdings zusammengetan und plant, mit einem offenen Brief an die Politik zu appellieren. Ihre Forderung: Ein schneller Kohleausstieg und verlässliche Rahmenbedingungen.

Kohle
Foto: Coal power-plant and oilseed rape, martin, Flickr, CC BY-SA 2.0

Die Firmen fordern eine planbare Klimapolitik

Wie das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ berichtet, befinden sich unter dem noch nicht veröffentlichten Brief bereits die Namen zahlreicher Firmen mit Weltruf: Adidas, Puma, SAP, Aldi Süd, EnBW, Deutsche Telekom, Otto, Hochtief, Deutsche Börse, Metro, Nestle und Hermes sind nur einige der Unterzeichner. Insgesamt beschäftigen die Unternehmen alleine in Deutschland mehr als 400.000 Menschen und stellen somit einen nicht zu unterschätzenden Wirtschaftsfaktor dar. Die Motivation der Firmen unterscheidet sich natürlich von Fall zu Fall. Eines aber dürften alle fürchten: Hektische Maßnahmen der Bundesregierung, um die Klimaziele in letzter Sekunde doch noch zu erreichen. Deswegen fordern die Firmen einen schnellen, aber gut geplanten Ausstieg aus der Kohleenergie.

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Zuletzt aktualisiert am 19.11.2017

Konkrete Vorschläge zur Erreichung der deutschen Klimaziele

Um die Klimaziele für das Jahr 2020 zu erreichen, unterbreiten die Unterzeichner zudem konkrete Vorschläge. So könnte das CO2-Handelssystem innerhalb der Europäischen Union überarbeitet werden. Das Ziel: Die Kosten für CO2-Emissionen zu steigern und so für Investitionen in den Klimaschutz zu sorgen. Auch eine Verkehrswende wird angemahnt. Die wichtigsten Punkte dabei: Die Förderung des Schienenverkehrs und die Elektrifizierung des Automobilsektors. Dies dürfte einer der Gründe sein, weshalb sich bisher kein deutscher Autobauer zu dem Dokument bekannt hat. Interessant zudem: Auch die Wirtschaftsverbände DIHK und BDI gehören bisher zu den Bremsern in Sachen Kohleausstieg. Offenbar besteht innerhalb der deutschen Wirtschaft in diesem Punkt aber noch Diskussionsbedarf.


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