Physische Mauern können helfen, den Ausbruch von Gefangenen zu verhindern. Sie sind aber machtlos, wenn Drohnen zum Einsatz kommen und die Barrieren einfach überfliegen. In vielen Gefängnissen besteht der Verdacht, dass auf diese Weise illegal Drogen und andere Waren an die Gefangenen geliefert werden. Da die Flugobjekte teilweise mehrere hundert Meter hoch fliegen können, sind noch höhere Mauern aus Stein keine Lösung für das Problem. Das Les Nicolles Gefängnis auf der britischen Kanalinsel Guernsey hat nun allerdings erstmals einen anderen Ansatz in den Blick genommen: Eine unsichtbare Mauer, die aus insgesamt zwanzig Störsendern besteht und die von keiner Drohne durchflogen werden kann. Die Gefängnisleitung hofft, auf diese Weise ab dem Sommer das Problem beherrschen zu können.


Dieses vergleichsweise kleine Gefängnis wird zukünftig von einer Drohnenschutzmauer umgeben sein. Foto: Guernsey Press

Das Signal zwischen Drohne und Pilot wird unterbrochen

Zum Absturz gebracht werden die Drohnen allerdings nicht. Vielmehr wird schlicht das Signal zwischen Steuerungsmodul und Flugobjekt unterbrochen. Oder anders ausgedrückt: Der Pilot sieht nur noch einen schwarzen Bildschirm. Was dann mit der Drohne passiert, hängt von den vorinstallierten Einstellungen ab. Teilweise sind die Flugobjekte so konstruiert, dass sie sofort zur Landung ansetzen, wenn das Signal abbricht. Die meisten Modelle fliegen zuvor allerdings noch zu dem Ort zurück, von dem das letzte Signal des Steuermoduls ausging. Wer also gegen die unsichtbare Mauer fliegt, muss anschließend in der Regel nur kurz warten bis die Drohne von ganz alleine zurückkehrt.

Die unsichtbare Drohnenmauer reicht sechshundert Meter in die Höhe

Rein technische wäre es auch möglich, die Drohne abstürzen zu lassen und so dauerhaft aus dem Verkehr zu ziehen. Eine solche Vorgehensweise hätte allerdings haftungsrechtliche Probleme mit sich gebracht – etwa wenn die abgestürzte Drohne auf dem Boden Schaden angerichtet hätte. Die Entwickler des Sky Fence haben sich daher für die sanftere Variante entschieden. Unendlich hoch ist allerdings auch die unsichtbare Mauer nicht: Die Störsignale reichen nur etwa sechshundert Meter hoch. Der restliche Flugverkehr ist davon also nicht betroffen. Private und unschuldige Drohnenpiloten sind von dem Sky Fence grundsätzlich auch nicht beeinträchtigt. Denn schon heute sind Drohnenflüge in der Nähe von Gefängnissen untersagt.


Via: Engadget

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1 Kommentar

  1. Andy

    18. Mai 2017 at 16:21

    Funktioniert bestimmt super bei Drohnen wo man den Flug Programieren kann.
    Kopschüttel wenn dann sollte mans auch richtig machen.
    Möchte auch garnicht wissen wie Schädlich die Störstrahlung ist für die Menschen die da Leben und Arbeiten.

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