Während in Privathaushalten zumindest diejenigen, die die Kosten im Blick haben, dafür sorgen, dass Heizkörper nicht mehr Wärme abgeben als nötig, ist dieser Sinn für Sparsamkeit in Büros kaum ausgeprägt. „Nicht selten lassen die Mitarbeiter die Heizkörper abends an, damit es morgens warm im Büro ist“, so Christoph Berger, der gemeinsam mit Lasse Stehnken und Christian Brase das Unternehmen Vilisto gegründet hat. Das Know-how erwarben sie an der Technischen Universität Hamburg-Harburg.


Programmieren ist überflüssig

Unternehmen, die sich für die Installation eines neuartigen selbstlernenden Systems, genannt Ovis und Shepherd, entscheiden, müssen sich um die Verschwendung von Wärmeenergie keine Sorgen mehr machen. Die Regelung, die nicht einmal programmiert werden muss, wärmt die Büros nur, wenn jemand anwesend ist. Es berücksichtigt zudem noch die Außentemperatur, die Güte der Wärmedämmung und die Wettervorhersage. Der Büronutzer muss nur einmal tätig werden, gleich nach der Montage der Regler, und seine Wunschtemperatur einstellen Alles andere besorgt das System.


Im Urlaub bleibt die Bude kalt

Ovis, das einfach den alten Thermostaten ersetzt, ist mit einem Anwesenheits- und einem Temperatursensor ausgestattet. Dazu kommen ein Mikroprozessor und ein Datenspeicher. Die Energie liefert eine Batterie, die bis zu vier Jahre hält, so Stehnken. Wenn der Büronutzer regelmäßige Arbeitszeiten hat merkt Ovis sich das und heizt rechtzeitig ein, damit die Wunschtemperatur zum Arbeitsbeginn erreicht ist. Ist er krank und erscheint nicht, senkt Ovis die Temperatur ab. Arbeitet der Nutzer nur an drei Tagen der Woche, bleibt das Büro bei Abwesenheit kalt. Das System merkt sich sogar komplizierte Arbeitszeiten, etwa von Außendienstlern, die an unterschiedlichen Tagen nur wenige Stunden im Büro sind. Im Urlaub und bei krankheitsbedingter Abwesenheit bleibt die Bude natürlich kalt.

Kurze Amortisationszeit

Shepherd ist mit dem Internet verbunden. Von dort bezieht das Bauteil seine Wetterprognosen, die es, ebenso wie die Außentemperatur, per Funk an alle Ovis weitergibt. Die berücksichtigen diese Informationen, um die richtige Temperatur mit möglichst wenig Energieeinsatz zu erreichen. An milden Tagen reicht beispielsweise ein behutsames Hochfahren der Temperatur.

Die Investitionskosten für 20 Heizkörper liegen bei 2000 bis 3000 Euro, so Stehnken. Die Einsparung liege bei 30 bis 50 Euro pro Jahr und Heizkörper. Das bedeutet eine Amortisationszeit von weniger als fünf Jahren. Bei einem Test in Köln sanken die Energiekosten auf Anhieb um 30 Prozent.

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