Erdbeben sind eine in unseren Kreisen oftmals vergessene Gefahr. International liegen mit Tokio, San Francisco und Istanbul aber beispielsweise mehrere Megametropolen in gefährdeten Gebieten. Während die betroffenen Regierungen in diesen Fällen allerdings enorme Summen in entsprechende Messgeräte und Warnsysteme investiert haben, fehlt in vielen Regionen in Schwellen- und Entwicklungsländern solche Technik. US-Wissenschaftler hoffen daher nun, die zunehmende Verbreitung von Smartphones nutzen zu können. Diese sollen vernetzt werden und im Notfall dann eine Prognose über die Stärke und den weiteren Verlauf des Bebens erstellen können. Andere Nutzer der App könnten dann rechtzeitig gewarnt werden.


Erdbebenwarnung

Weniger als 5000 Nutzer pro Stadt nötig

Damit bei der Messung valide Daten herauskommen, reicht allerdings ein einzelnes Smartphone nicht aus. Vielmehr gehen die Forscher davon aus, dass pro Stadt rund 5000 Nutzer gewonnen werden müssen, um im Ernstfall eine aussagekräftige Prognose erstellen zu können. Auch dann handelt es sich allerdings lediglich um eine Notlösung. Das crowdbasierte Erdbebenwarnsystem ist deutlich ungenauer und weniger präzise als entsprechende wissenschaftliche Überwachungssysteme. Dafür allerdings auch deutlich günstiger und daher auch für den Einsatz in ärmeren Regionen geeignet. Das Smartphone-Warnsystem soll also die bereits bestehende Technik nicht ersetzen, sondern ergänzen.


NASA-Mitarbeiter waren involviert

Das unter dem Namen „ShakeAlert“ firmierende Projekt soll nun in Chile getestet werden. Neben den Universitäten „California Institute of Technology“, „University of Houston und der „Carnegie Mellon University“ war auch ein Forschungslabor der US-Weltraumbehörde NASA an der Entwicklung des Systems beteiligt. Die Testphase soll nun zeigen, inwieweit das System auch unter realen Bedingungen funktioniert. Die Küste Chile ist zudem auch mit herkömmlichen Messgeräten ausgestattet, so dass die per Crowdmessung gewonnenen Daten auch verifiziert werden können. Erweist sich die Testphase als erfolgreich, kann das System dann großflächig implementiert werden.

Quelle: Gizmag

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