Vor rund drei Jahren war der niederländische Designer Daan Roosegaarde erstmals zu Besuch in der chinesischen Hauptstadt Peking. Dort erfuhr er, dass die Kinder in der Stadt an vielen Tagen nicht draußen spielen können, weil die Luftverschmutzung zu stark ist. Weitere Recherchen zeigten dem Niederländer dann, dass die Problematik keineswegs auf Peking beschränkt ist: Rund achtzig Prozent der Großstädte weltweit liegen über den von der Weltgesundheitsorganisation WHO empfohlenen Grenzwerten. Roosegaarde wollte sich damit allerdings nicht abfinden und entwickelte eine Lösung: Den sogenannten Smog Free Tower, der wie ein riesiger Vakuumreiniger wirkt, schmutzige Luft einsaugt und anschließend gesäubert wieder abgibt. In Peking ist nun ein solcher Tower erstmals im Einsatz.


Bild: Studio Roosegaarde
Bild: Studio Roosegaarde

Die Belastung rund um den Tower ist um 55 Prozent gesunken

Die dabei erzielten Ergebnisse können sich durchaus sehen lassen. So sank die Belastung der Luft im Umkreis der Türme – den Angaben der chinesischen Behörden zufolge – um immerhin 55 Prozent. Die davon profitierenden Einwohner nennen den Smog Free Tower daher bereits den „Tempel der sauberen Luft“. Bisher allerdings kommt nur ein vergleichsweise kleiner Teil der Bevölkerung in den Genuss der gereinigten Luft. Um den gesamten Smog der Stadt aus der Luft zu filtern, wäre hingegen ein flächendeckendes Netz an Türmen erforderlich. Dafür gibt es bisher allerdings noch keine Pläne. Roosegaarde hat aber bereits einen ähnlichen Vakuumreiniger entworfen, der auf Hausdächern installiert wird und sich daher besser für den flächendeckenden Einsatz eignet.

Der Einsatz in Peking ist zeitlich befristet

Der in Peking aus der Luft gefilterte Schmutz wird zudem auch noch sinnvoll weiterverarbeitet. Denn daraus wird Schmuck gepresst, der dann unter dem Slogan „Smoke Free Rings“ vermarktet wird. Der nun in Peking arbeitende Turm ist allerdings zunächst nur eine temporäre Einrichtung. Zukünftig soll der Tower auch noch in anderen Städten mit hoher Luftverschmutzung zum Einsatz kommen. Klar ist aber auch: Anstatt die Schmutzpartikel aus der Luft zu filtern, wäre es deutlich sinnvoller, von vorneherein die Entstehung von Luftverschmutzung zu vermeiden. Das allerdings ist Aufgabe der Politik.


Via: Inhabitat

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