Den Nahverkehr zu nutzen, ist in jedem Fall deutlich umweltfreundlicher als mit dem eigenen Auto zu fahren. Dennoch gibt es natürlich auch in diesem Bereich noch erhebliches Verbesserungspotential in Sachen Nachhaltigkeit. Denn bisher sind die meisten Busse beispielsweise mit einem Dieselmotor unterwegs. Die Stadt Wiesbaden will diesem Zustand nun allerdings ein Ende bereiten. Bis zum Jahr 2022 soll die gesamte Busflotte auf Elektroantrieb umgestellt werden. Dies bedeutet: Innerhalb von fünf Jahren müssen 220 Elektrobusse angeschafft werden. Auf die kommunale Gesellschaft Eswe kommen also erhebliche Investitionen zu. Die Stadt wird damit allerdings nicht alleine gelassen. Vielmehr gibt es finanzielle Unterstützung durch das Land Hessen und den Bund.


Berlin Elektrobus
Ob dieselben Busse wie in Berlin genutzt werden, steht noch nicht fest. Bild: Oliver Lang

Die Mehrkosten für Elektrobusse werden zum Teil übernommen

So wird in einem ersten Schritt zunächst ein Prototyp angeschafft. Dieser wird zusammen mit zwei Ladestationen und dem Netzanschluss ausgeliefert. Von den Gesamtkosten in Höhe von 412.000 Euro wird das Land Hessen vierzig Prozent übernommen. Später gilt dann folgende Regel: Die Mehrkosten für die Anschaffung der Elektrobusse gegenüber einem konventionellen Bus werden bei 110 Fahrzeugen zu vierzig Prozent vom Land getragen. Bei den anderen 110 Bussen springt wiederum der Bund mit dem selben Prozentsatz ein. Voraussetzung ist allerdings in beiden Fällen, dass die gewählten Parlamentarier diesen Ausgaben noch zustimmen – was aber als sicher gilt. Aktuell kostet ein Elektrobus dabei rund 300.000 Euro mehr als die klassische Variante. Durch die technologische Weiterentwicklung könnte die Differenz aber noch sinken.

Die Routen müssen an die Reichweite angepasst werden

Denn bisher wird noch kein Elektrobus in Serie produziert. Bei allen bisher genutzten Modellen handelt es sich um Prototypen, deren Bau immer vergleichsweise teuer ist. Die Verantwortlichen in Wiesbaden hoffen, dass andere Städte ebenfalls auf Elektroantrieb bei Bussen umstellen – und so die Hersteller mittelfristig mit attraktiven Angeboten auf den Markt kommen. Nach der Anschaffung kommen auf die städtischen Verkehrsbetriebe allerdings noch weitere Kosten zu. So liegt die Reichweite der Busse aktuell nur bei 300 Kilometern, sie müssen also öfter die Zentrale anfahren und die einzelnen Fahrten müssen genauer geplant werden. Dafür werden rund 15 zusätzliche Mitarbeiter benötigt. In Wiesbaden hofft man daher auf zusätzliche Gelder aus dem Fonds für nachhaltige Mobilität der Bundesregierung. Diese wurden aber noch nicht zugesagt.


Via: Eswe

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