Für fast jede Krankheit der Welt gilt: Je früher sie erkannt wird, desto besser. Im Falle von Hautkrebs ist eine frühzeitige Diagnose aber von besonderer Bedeutung. Denn bei einer frühzeitigen Behandlung liegt die Überlebenschance bei 99 Prozent. Haben sich allerdings bereits Metastasen gebildet, sinkt dieser Wert auf nur noch 14 Prozent. Forscher der Stanford University haben daher nun ein neuronales Netzwerk entwickelt, das Gewebeveränderungen der Haut eigenständig analysieren kann. Das Ergebnis: Die künstliche Intelligenz lag bei der Betrachtung von Fotos in 91 Prozent der Fälle richtig. Zum Vergleich: Spezialisierte Hautärzte, die die Bilder ebenfalls bewerteten, erreichten denselben Wert. Nun arbeiten die Forscher an einer Smartphone-App, um den künstlichen Hautarzt allgemein verfügbar zu machen.


Foto: Stanford/Matt Young
Foto: Stanford/Matt Young

Ein Google Algorithmus wurde gezielt weiterentwickelt

Startpunkt der Entwicklungsarbeit war ein lernfähiger Algorithmus von Google. Dieser wurde ursprünglich entwickelt, um zu zeigen, dass neuronale Netzwerke Katzen- und Hundebilder auseinanderhalten können. Eine praktische Anwendung gab es dafür allerdings nicht wirklich. Die Forscher in Stanford entwickelten den Algorithmus aber nun weiter, indem sie ihn mit 130.000 Fotos von gut- und bösartigen Hautveränderungen fütterten. Dies war gar nicht so einfach, weil bisher keine Datenbank mit entsprechenden Bildern existierte. Vielmehr mussten die Forscher diese erst in aller Welt zusammensuchen. Worauf die künstliche Intelligenz bei der Bildanalyse achten sollte, wurde allerdings nicht vorgegeben. Vielmehr fand das neuronale Netzwerk selbstständig einen Weg, bösartige Strukturen in den allermeisten Fällen zu erkennen.

Künstliche Intelligenz kann Menschenleben retten

Neben der Anwendung auf dem Smartphone ist es zudem auch denkbar, dass die Technologie genutzt wird, um Hautärzte bei ihrer Arbeit zu unterstützen. Bis dahin muss die künstliche Intelligenz allerdings noch einige weitere strenge Tests überstehen. Dies ist auch den Forschern in Stanford bewusst. Diese betonen zwar das Potential der neuen Anwendung, stellen aber auch klar, dass ihre Testergebnisse zunächst noch überprüft und reproduziert werden müssen. Grundsätzlich besitzen neuronale Netzwerke aber enormes Potential bei der Diagnose von Krankheiten: So rettete künstliche Intelligenz in Japan bereits ein Menschenleben, als der Computer bei einer Patientin eine seltene Form der Leukämie erkannte. Die menschlichen Ärzte waren zuvor mit ihrem Latein am Ende.


Via: Newatlas

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