Es gibt diverse Bauweisen, die Gebäude davor schützen, im Falle eines Erdbebens beschädigt zu werden. Wie aber schützt man Gebäude, die bereits gebaut wurden und keine Schutzmaßnahmen aufweisen? Forscher der University of British Columbia (UBC) haben eine Antwort gefunden: Sie haben einen Spezialbeton entwickelt, der auf bereits existierende Wände gesprüht wird. Diese sind anschließend in der Lage, Erdstößen zu widerstehen, die sie vorher dem Erdboden gleichgemacht hätten.


Bild: UBC

Verstärkter Beton dank Polymer-Fasern

Das Material wird als „eco-friendly ductile cementitious composite (EDCC). Der Beton enthält polymerbasierte Fasern, die ihn verstärken und gleichzeitig flexibel und formbar bleiben lassen. Wenn der Beton getrocknet ist, kann er unter Belastung verbogen werden, anstatt zu zerbröseln.

Außerdem wurde der Zement in dem Produkt zu 70 Prozent durch ein industrielles Nebenprodukt namens Flugasche ersetzt. Dadurch ist das Material deutlich nachhaltiger, da mit der Zementproduktion recht hohe Treibhausgasemissionen einhergehen. Außerdem würde die Flugasche ansonsten nur entsorgt werden.


Der Beton bewies sich in Labortests

In Labortests wurden Mauern aus traditionellem Zement mit einer 10 mm dicken Schicht EDCC versehen. Anschließend wurden sie einem simulierten Erdbeben der Stärke 9,0 – 9,1 auf der Richterskala ausgesetzt, was etwa dem Erdbeben entspricht, dass im Jahr 2011 das japanische Tohoku verwüstete. Die Mauern überstanden das simulierte Erdbeben, während unbehandelte Mauern den Erdstößen nicht standhalten konnten.

In den nächsten Monaten soll EDCC erstmals praktisch eingesetzt werden – und zwar in der Dr. Annie B. Jamieson Schule in Vancouver. Außerdem setzt das Canada-India Research Centre of Excellence der UBC das Material bei einer Schule in Nordindien ein. Die Forscher wollen weiter mit EDCC experimentieren und das Material ggf. verbessern. Durch die verhältnismäßig niedrigen Produktionskosten könnte der Spezialbeton auch in Entwicklungsländern zum Einsatz kommen.

via University of British Columbia

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