Der Export von Rosen gehört neben dem Tourismus und dem Anbau von Tee zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen Kenias. Mehr als eine halbe Millionen Menschen verdienen ihren Lebensunterhalt damit, die Rosen anzubauen, zu pflanzen und nach Europa zu versenden. Im Jahr 2015 wurden beispielsweise mehr 323 Millionen Rosen aus Kenia nach Deutschland exportiert. Damit liegt Kenia auf Platz zwei – nur aus den Niederlanden wurden noch mehr Rosen eingeführt. Das Fairtrade-Siegel stellt sicher, dass beim Anbau der Rosen soziale Standards eingehalten und bestimmte Umweltauflagen erfülltwerden. Es sagt aber nichts darüber aus, auf welche Art und Weise die für die Rosenzucht benötigte Energie gewonnen wird.


Bild: Penta Flowers

Zwei Solarmodule betreiben eine 57 Hektar große Rosenfarm

Die Nutzung von Solarenergie bietet sich allerdings an. Denn Kenia hat eine der stärksten Sonneneinstrahlungen der Welt. Solarmodule können dort also deutlich effizienter betrieben werden als beispielsweise in Deutschland. Das Familienunternehmen Peta Flowers hat daher nun auf diese klimafreundliche Variante der Stromerzeugung umgestellt. Dafür wurden auf der ökologischen Crowdfundingseite Ecoligo insgesamt 107.000 Euro eingesammelt. Die Blumenfarm mit einer Größe von 57 Hektar wird daher zukünftig durch zwei Solaranlagen mit einer Leistung von 66 kWp und 132 kWp betrieben. Rein aus Klimaschutzgründen erfolgt dieser Schritt allerdings nicht. Die Solarenergie ist in Kenia grundsätzlich deutlich billiger als die Stromversorgung über das öffentliche Netz. Viele Unternehmen können sich die notwendigen Anfangsinvestitionen in Solarmodule aber nicht leisten.


Der Preis für die Solarenergie liegt niedriger als der öffentliche Strompreis

Der Weg über das soziale Crowdfunding kann da ein interessanter Ansatz sein. Die Unterstützer sollen dabei auch keineswegs leer ausgehen. Vielmehr ist die Summe von 107.000 Euro als Darlehen an den Projektbetreiber Ariya Leasing konzipiert. Dieser hat die Solarmodule angeschafft, die seitdem von Penta Flowers geleast werden. Die monatlichen Raten werden dann genutzt, um den Kredit – inklusive 5,5 Prozent Zinsen – zurückzuzahlen. Für den Rosenexporteur lohnt sich das Leasing der Solarmodule aufgrund der Preisdifferenz zum öffentlichen Strompreis. Das Klima wiederum profitiert, weil der von den Solarmodulen produzierte Strom emissionsfrei ist. Während des Transports nach Deutschland werden allerdings auch zukünftig noch enorme CO2-Emissionen verursacht.

Via: Ecoligo

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