In Chile liegen einige der trockensten und sonnenreichsten Regionen der Erde. Optimale Bedingungen also für Solarthermie-Kraftwerke. Bisher gibt es auch dort allerdings das Problem, dass die Stromproduktion der Solarkraftwerke recht schwankend ist und vor allem nachts überhaupt kein Strom produziert wird. Die US-Firma SolarReserve hat nun allerdings den Bau von drei Solarthermie-Anlagen angekündigt, die in der Lage sein sollen, rund um die Uhr Strom ins Netz einzuspeisen. Möglich wird dies durch den Einsatz einer neuen Speichertechnologie. Dabei zirkuliert eine Flüssigsalzlösung tagsüber durch die Anlage und wird durch die dort eintreffende Sonnenstrahlung erhitzt. Anschließend wird sie mit einer Temperatur von 566 Grad Celsius in speziellen Tanks gelagert.


Bild: SolarReserve

In Tamarugal entsteht ein 24-Stunden-Solarkraftwerk mit 450 MW

Entsteht nun in der Nacht eine Stromnachfrage die gedeckt werden muss, kann die Salzlösung genutzt werden, um Wasser zu erhitzen und die Turbinen anzutreiben. Auf diese Weise ist die Energie der Sonne 24 Stunden am Tag verfügbar. So ist in der chilenischen Provinz Tamarugal ein Solarthermie-Kraftwerk geplant, dass in der Lage sein soll, rund um die Uhr eine Leistung von 450 Megawatt in das Stromnetz einzuspeisen. Weltweit sind bereits einige ähnliche Anlagen in Betrieb. Diese sind aber deutlich kleiner und nutzen teilweise noch eine zusätzliche Flüssigkeit – etwa Öl – zur Erhitzung des Salzes. In Chile hingegen wird die Salzlösung direkt erhitzt, was deutlich effizienter ist. Eine entsprechende Testanlage von SolarReserve in Arizona lieferte auf diese Weise sogar mehr Energie als erwartet.

Die Baukosten liegen im Milliardenbereich

Die chilenische Regierung hat bereits zwei der drei Anlagen grundsätzlich genehmigt. Auf einer Auktion im Oktober sollen zudem Abnehmer für den 24-Stunden-Solarstrom gefunden werden. Anschließend wird sich SolarReserve auf die Suche nach Investoren machen. Denn wirklich billig werden die Projekte nicht: Für die Umsetzung des 450 MW Projektes in Tamarugal alleine wird mit Baukosten von 2,6 Milliarden Dollar kalkuliert. Bei bisher in diesem großen Stil noch unerprobten Technologien sind weitere Kostensteigerungen zudem nicht auszuschließen. Aktuell plant SolarReserve mit einem Baubeginn bereits im Jahr 2018.


Via: Climate Action

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