Stromerzeugende Solarstraßen machen aktuell in unseren Nachbarländern von sich reden, jetzt hat sich auch eine deutsche Hochschule dem Thema gewidmet. Heraus kam ein System, das nicht nur die Sonnenenergie einfängt, sondern auch weitere Funktionen erfüllt. Eine erste Fläche soll in Berlin verlegt werden.


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Mitarbeiter der RWTH und der Solmove GmbH arbeiten an ihrem neuen Produkt / Foto: RWTH Aachen

Nützliche Zusatzfunktionen für sichere und saubere Straßen

Frankreichs Energie- und Umweltministerin verkündete jüngst das hehre Ziel, bis 2020 eintausend Kilometer Solarstraße im Land bauen zu wollen, Trends der Zukunft berichtete bereits darüber. Die zu diesem Zweck verwendeten Wattway-Module bestehen aus polykristallinem Silikon und besitzen eine Dicke von nur 7 mm – in bisherigen Belastungstests hielten sie hervorragend stand. Die RWTH Aachen hat nun ein ganz eigenes Produkt entwickelt, das allerdings noch keine Marktreife erreicht hat. Die Herausforderungen sind groß: Die Solar-Elemente müssen rutschhemmend und bruchfest sein und in horizontaler Lage das Sonnenlicht optimal einfangen. Außerdem planen die Entwickler noch einige Zusatzfunktionen ein, wie integrierte LED-Lampen zur Seitenstreifenbeleuchtung, Flüsteroberflächen, Induktionsschleifen für drahtlose Stromübertragung, ein Zwischenspeichersystem und eine Titan-Dioxidbeschichtung zum fotokatalytischen Abbau von Schadstoffen. Eine saubere Lösung also, die, wenn sie denn funktioniert, noch weitere Vorteile mit sich bringt.

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Warum nicht Straßen zur Stromgewinnung aus Sonnenenergie nutzen?

Entwickler nehmen sich noch 2 Jahre Zeit zur Optimierung

Die Solarmodule der RWTH sollen etwa 25 Jahre halten, ganze fünf Jahre länger eine durchschnittliche Asphaltschicht. Und im Gegensatz zum Modell aus Frankreich werden die einzelnen Module wie eine Art Fliesenboden verlegt, die sich beliebig zusammensetzen lassen. Für die nötige Rutschfestigkeit sorgen Mini-Noppen auf der Oberfläche, über die die Fahrzeugräder hinwegrollen. Die für die Energieeinspeisung zuständige Fläche wird also nicht direkt befahren, darum hält sich die Abnutzung und Beschmutzung in Grenzen. Aktuell werden noch verschiedene Gläser als Träger für die Photovoltaik-Folie ausprobiert, die wiederum den Wirkungsgrad der Solarstraße bestimmen. Insgesamt soll das System hauptsächlich auf weniger befahrenen Flächen und Fußwegen eingesetzt werden, die kaum beschattet sind, um den Energie-Ertrag so hoch wie möglich zu halten. In den nächsten zwei Jahren basteln die Entwickler noch an der Optimierung des Systems, dann erfahren wir hoffentlich mehr.


Quelle: rwth-aachen.de

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