Sollten wir den Fleischkonsum ebenso hoch besteuern wie Tabak?

Rauchen schadet der Gesundheit, und auch Passivrauchen kann erhebliche körperliche Schäden nach sich ziehen. Lokale Rauchverbote und hohe Tabaksteuern sollten es richten, und tatsächlich nahm die Zahl der Raucher in den letzten 13 Jahren nach Einführung dieser Maßnahmen signifikant ab. Lassen sich die Fleischesser auf ähnliche Weise beeinflussen?

Bild: Steak, Taryn, Flickr, CC BY-SA 2.0

Umwelt- und Gesundheitskosten aus Fleischsteuern decken

Die Fleischindustrie boomt weltweit, sie bringt nicht nur gewaltiges Tierleid hervor, sondern ist auch verantwortlich für vielerlei Umweltschäden. Konsumenten, die zu viel Fleisch essen, schaden ihrer Gesundheit ebenso sehr wie Raucher, nur auf etwas andere Weise. Verschiedene Krebsarten, Diabetes und Antibiotikaresistenzen sind nur drei der möglichen Folgen, die auf exzessive Fleischesser warten. Eine neue wissenschaftliche Studie enthält nun den Vorschlag, Fleisch ebenso hoch zu besteuern wie Tabak, um mit dem so gewonnenen Geld die entstehenden Umwelt- und Gesundheitskosten decken zu können. Außerdem erhoffen sich die Forscher, dass der Fleischkonsum aufgrund der steigenden Kosten nachlässt, ganz so, wie es im Tabaksektor bereits geschah. Übrigens erheben bereits mehr als 180 Länder eine spezielle Steuer für Tabak, 60 Länder kennen ein Steuersystem für CO2-Emissionen und mindestens 25 Staaten verteuern den Zucker durch staatliche Abgaben: Etwas Neues wäre so eine Vorgehensweise also nicht.

Besteuerung würde besonders die sozial Benachteiligten treffen

Allerdings, so die Gegenstimmen, würde eine solche gezielte Besteuerung am ehesten die sozial Benachteiligten betreffen, und zwar auch solche, die dringend das eine oder andere Fleischstück auf ihrem Teller gebrauchen könnten. Manchmal ist etwas Hühnchen, Rind oder Schwein sogar gesundheitlich vorteilhaft und hilft dem einen oder anderen Mangelernährten auf die Beine. Die Reichen hingegen würden trotz steigender Kosten weiter so viel Fleisch essen wie immer. Damit trifft die Steuer eben gerade diejenigen nicht, die am meisten zu den beschriebenen Problemen beitragen. Im Labor hergestelltes „echtes“ Fleisch könnte zumindest die Umweltprobleme reduzieren und dazu beitragen, dass keine Tiere mehr getötet werden müssen, um menschliche Bedürfnisse zu stillen. Ob sich aber auch wirklich gesundes künstliches Fleisch produzieren lässt, ist eher fraglich.

Quelle: futurism.com