Am Sonntag den 29. März 2015 wird wieder einmal die Zeit umgestellt. In der Nacht von Samstag auf Sonntag springt die Uhr von 2 auf 3. Über den Sinn der alljährlichen Zeitumstellungen, einmal im Oktober und einmal im März, herrscht nach wie vor ein großer Streit. Vermehrt ist man sich jedoch auch im Europaparlament einig, dass die Zeitumstellung zeitnah wieder abgeschafft werden sollte.


Zeitumstellung
Zeitumstellung von Winter auf Sommerzeit

Zeitumstellung ade

Das Europäische Parlament in Brüssel wird vermehrt mit einem Widerstand gegen die Zeitumstellung konfrontiert. Herbert Reul, der Vorsitzende der deutschen Unionsabgeordneten im Europaparlament, gab gegenüber der Welt folgendes an:“Wir werden jetzt die Sommerzeit zu einem politischen Thema in Brüssel machen und für die Abschaffung der Zeitumstellung kämpfen. Wir müssen alle parlamentarischen Mittel nutzen, um den Druck auf die EU-Kommission zu erhöhen.“

Erst gestern fand eine Anhörung des Rechts-, Industrie- und Verkehrsausschusses zu den Auswirkungen der Zeitumstellung im März und Oktober in den Bereichen Wirtschaft, Gesundheit und Verkehr statt. Neben weiteren EU-Abgeordneten aus Österreich, Tschechien und Schweden setzt sich auch der Freistaat Bayern seit Jahren schon vermehrt für die Abschaffung der Zeitumstellung ein.“Ich bin dagegen, der Bevölkerung halbjährlich eine sinnlose Umstellerei zuzumuten und fordere von der EU-Kommission jetzt konstruktive Vorschläge zur Abschaffung der Zeitumstellung.“, so stellvertretende Ministerpräsidentin Ilse Aigner (CSU) gegenüber der Welt fortführend.


Aktuellen Umfragen von Krankenkassen zufolge haben viele Menschen sichtlich Probleme mit der Umstellung der Uhrzeit. Nach der Umstellung sind knapp ein Drittel der Menschen von Schlafstörungen und daraus resultierender Müdigkeit betroffen.

Europa muss mitziehen

„Mich persönlich ärgert die halbjährliche Umstellerei auch – Küchen-, Auto- und Armbanduhren stellen sich eben nicht automatisch um. Eine Regel ist nicht schon allein deshalb gut, weil sie zur Gewohnheit geworden ist. Zumal dann nicht, wenn sie eine lästige Gewohnheit ist und keinen Nutzen hat.“ so Aigner weiter.

1980 wurde die Sommerzeit eingeführt, mit der Begründung, dass durch die zweimalige Umstellung der Zeit Energie gespart werden kann. „Es gibt keine einzige seriöse Studie, die belegt, dass sich durch die Zeitumstellung Energie einsparen lässt. Die Zeitumstellung ärgert Mensch und Tier, sie verursacht Unfälle und unnötige wirtschaftliche Kosten.“, entgegnet Reul.

Rechtlich zuständig für die Abschaffung der Zeitumstellung ist in Deutschland der Bundestag. Experten zufolge könnte es sich hierbei um ein recht langwieriges Prozedere handeln, das nicht von heute auf morgen realisiert werden kann. Ein Anfang dürfte jedoch schon einleitend gewagt werden. Ein Alleingang der Bundesregierung sei Aigner zufolge nicht gerade sinnvoll, schließlich müsste ganz Europa mitziehen, so dass die Europa-Kommission überzeugt werden müsste. Hier findet die Politikerin bereits einige Unterstützer, etwa die CSU-Europaabgeordnete Angelika Niebler und EU-Binnenmarkt-Kommissarin Elżbieta Bienkowska.

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