Der Mangel an sauberem Trinkwasser ist weiterhin eines der großen Probleme der Menschheit. Okay, genau genommen nicht der Mangel daran, sondern eher die unfaire Verteilung. Eine neue Art von Solarpanel soll in wasserarmen Regionen nun für Abhilfe sorgen: Das Source Panel zieht mit Hilfe von Solarenergie Feuchtigkeit aus der Luft. Entwickelt wurde das Panel von der Firma Zero Mass Water aus Arizona.


Bild: Zero Mass Water
Bild: Zero Mass Water

Wassergewinnung nur mit Sonnenenergie

Eines der Panels reicht aus, um eine vierköpfige Familie jeden Tag mit frischem Trinkwasser zu versorgen. Mit mehreren der Source Panels lassen sich sogar ganze Krankenhäuser versorgen. Je nach Bedarf können die Anlagen hoch- oder runterskaliert werden. Im letzten Jahr gelang es Zero Mass Water, 7 Millionen Dollar an Investments zu sammeln, um eine Reihe von Testprogrammen zu finanzieren, mit denen nachgewiesen sollte, wie einfach und kosteneffektiv der Zugang zu sauberem Trinkwasser sein kann.

Der Gründer und CEO von Zero Mass Water, Cody Friesen, ist außerdem Professor an der Schoof for Engineering of Matter, Transport and Energy der Arizona State University. Aus seiner Arbeit für die ASU ging vor Zero Mass Water bereits ein anderes Startup hervor. Nun verspricht er eine zuverlässige und günstige Zugangsmöglichkeit zu sauberem Trinkwasser, ohne dass mehr Infrastruktur benötigt wird.


Einsatz für syrische Flüchtlinge

Die Wassergewinnung mit dem Source Solar Panel ist zudem sehr einfach. Das Panel muss einfach nur aufgestellt und zur Sonne ausgerichtet werden, das Wasser fließt dann aus einem Hahn hinten am Panel. Um das Wasser zu gewinnen, wird ein spezielles Material verwendet, das Feuchtigkeit aus der Luft zieht. Das Solarpanel verwandelt derweil Solarenergie in Strom um, die dann genutzt wird, um das Wasser aus dem Material zu ziehen. Im Anschluss wird das Wasser noch einmal verdampft, um eventuelle Verunreinigungen zu produzieren. Nach der Kondensation verbleibt dann sauberes, sicheres Trinkwasser.

Weltweit gibt es zahlreiche Standorte, die für den Einsatz derartiger Anlagen geeignet wären. Zero Mass Water plant den Einsatz im Westjordanland, um syrische Flüchtlinge und jordanische Familien mit Wasser zu versorgen. Bis 2017 sollen so 100.000 Haushalte frisches Trinkwasser erhalten können. Die finanzielle Unterstützung dafür kommt von der Clinton Foundation, Duke Energy International und anderen Investoren. Source könnte allerdings auch in Industrieländern eingesetzt werden, um beispielsweise Probleme mit Blei-Verunreinigungen oder anderen Gesundheitsrisiken zu umgehen.

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1 Kommentar

  1. werner

    21. Oktober 2016 at 08:11

    Sehr interessante Technik. Weiss jemand, wie das Problem der Entmineralisierung gelöst wird? Das Wasser ist so gewonnen mitnichten Trinkwasser, da ihm jegliche Mineralien fehlen und eine ausschliessliche Versorgung damit zu gesundheitlichen Schäden führen kann.

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