Die Internationale Raumstation ISS ist inzwischen nahezu 20 Jahre alt. In fast zwei Jahrzehnten in der Erdumlaufbahn bot sie die Gelegenheit für zahllose Experimente. Viele dieser Experimente haben mit Biologie und Biochemie zu tun. Aber egal in welchem Bereich experimentiert wird, oft ist auch Rechenpower gefragt. Und an der mangelt es etwas auf der ISS. Eine Kooperation der NASA mit SpaceX und HP soll das ändern und den mächtigsten Computer auf der ISS installieren, der je ins All gebracht wurde.


ISS
Foto: NASA

Computer kann Kommunikation zwischen der Erde und Marsmissionen erleichtern

Die Computer, die derzeit auf der ISS im Einsatz sind und unter anderem auch für den Betrieb der Station verantwortlich sind, nutzen Prozessoren, die erstmals 1985 eingesetzt wurden. Mit anderen Worten: Sie sind technisch inzwischen ein wenig überholt. Zwar werden sie 24/7 durch Monitoring vom Boden aus entlastet, aber es wäre dennoch Zeit für ein Upgrade.

Die Notwendigkeit für ein Upgrade besteht auch deshalb, weil die ISS eines Tages als Zwischenstation für die Kommunikation von Mars-Missionen mit der Erde dienen könnte. Die aktuelle Technik auf der ISS würde in einem verlängerten Kommunikations-Lag resultieren, was die Missionen nicht nur erschweren, sondern im Ernstfall sogar gefährden könnte. „A long communication lag would make any on-the-ground exploration challenging and potentially dangerous if astronauts are met with any mission critical scenarios that they’re not able to solve themselves“, erklärt Alain Andreoli von HP in einem Blogpost.


Die Hardware auf der ISS zu ersetzen ist allerdings gar nicht so einfach. Computer auf der Raumstation sind Problemen ausgesetzt, die auf der Erde nur selten auftreten, darunter unregelmäßige Energieversorgung, subatomare Partikel und Mikrometeoriten. Einen Computer auf diese Bedingungen vorzubereiten resultiert in höheren Kosten.

Supercomputer auf der ISS

Die NASA und HP haben einen Supercomputer entwickelt, der in Serie gefertigt und den Widrigkeiten eines Weltall-Einsatzes widerstehen kann. Der Computer wurde auf den Namen Spaceborn-Computer getauft und wird heute mit einer SpaceX Rakete zur ISS aufbrechen. Dort wird er ein Jahr lang in einem Testeinsatz laufen. Auf der Erde wird während dieser Zeit ein baugleicher Computer in einem Labor zum Vergleich laufen.

Der Computer ist etwa so groß wie zwei Pizzakartons und hat ein spezielles, wassergekühltes Gehäuse sowie Software, die umweltinduzierte Fehler automatisch ausgleichen kann. Mit einer Prozessorpower von einem Teraflop handelt es sich um den schnellsten Computer, der je ins All geschossen wurde.

This goes along with the space station’s mission to facilitate exploration beyond low Earth orbit. If this experiment works, it opens up a universe of possibility for high performance computing in space“, so Mark Fernandez, der bei HP einer der Projektleiter ist.

Die zusätzliche Rechenpower auf der ISS wird auch bei diversen Experimenten auf der Raumstation helfen. Die Wissenschaftler könnten die Computer auf der ISS fürs Daten-Processing verwenden, anstatt die Daten zur Erde zu senden.

via Ars Technica

"

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.