SpaceX: Elon Musk präsentiert aktualisierte Pläne für die Mars-Kolonialisierung

Das Unternehmen, das man in Sachen bemannter Raumfahrt zum Mars momentan am Ehesten ernst nehmen muss, ist SpaceX. Die Pläne von Elon Musk sind den Mars betreffend ohne Zweifel schwer ambitioniert. Auf dem International Astronautical Congress (IAC) im australischen Adelaide hat Musk die Pläne seines Unternehmens nun in der aktuellen Version vorgestellt – und manch einer mag ihm Größenwahn vorwerfen.

So stellt man sich bei SpaceX den Anfang von Mars City vor.

Bild: SpaceX

Musk präsentiert verfeinerte Pläne

Dass Elon Musk langfristig vorhat, den Mars für die Menschheit zu kolonialisieren, ist kein Geheimnis mehr. Wobei langfristig eigentlich nicht das richtige Wort ist. Bis 2030 möchte Musk eine Stadt auf dem Mars errichten. Sollte dies gelingen, so dürfte er den Vereinigten Arabischen Emiraten um einiges zuvorkommen.

Bereits 2016 umriss Musk seinen Plan, die Menschheit zu einer multiplanetaren Spezies zu machen, in einem Whitepaper. Auf dem IAC hat er diese Pläne nun weiter verweinert.

In seiner Präsentation brachte Musk erneut das Argument, das wiederverwertbare Raketen, die lediglich wieder betankt werden müssen, die Raumfahrt deutlich günstiger gestalten würden. Aktuelle Raketenbooster werden im Startvorgang komplett entsorgt, was pro Start Kosten in Millionenhöhe verursacht. Überträgt man dieses Vorgehen in die zivile Luftfahrt, dann müssten Privatjets nach der Landung komplett zerstört anstelle von neu betankt werden.

Mars Transporter: Neues Multi-Use-Mehrzweckraumfahrzeug

SpaceX konnte in den letzten Jahren beeindruckende Fortschritte mit den wiederverwendbaren Falcon-9-Raketen machen. Auf diese Fortschritte basiert ein Teil von Musks aktualisiertem Plan für die Kolonialisierung des Mars. Außerdem entwickelt Space X ein autonomes System, das den Docking-Prozess der bemannten Dragon-Kapseln an die ISS deutlich leichter gestalten soll als es bei der Frachtversion der Fall ist.

Der verfeinerte Plan utilisiert den BFR-Booster, der als Treibstoff gekühltes Methan und flüssigen Sauerstoff verwendet und mit den 31-Raptor-Thrustern einen Vortrieb von 5.400 Pfund produziert. Das maximale Gewicht für die Raumfahrzeuge beträgt so 4.400 Pfund.

Der Mars-Transporter von SpaceX ist ein wiederverwertbares, interplanetares Raumfahrzeug, das insgesamt 48 Meter lang ist und einen Durchmesser von 9 Metern hat. Sein Leergewicht liegt bei etwa 85 Tonnen und es fasst 1.100 Tonnen Treibstoff und eine Nutzlast von 150 Tonnen in Richtung Mars und 50 Tonnen auf der Rückreise. Das Raumfahrzeug könnte noch im Marsorbit wieder betankt und auf die Rückreise geschickt werden.

Der Mars Transporter soll mittelfristig die Dragon-Kapseln ersetzen.

Bild: SpaceX

Der Mars-Transporter greift auf 6 Raptor-Thruster zurück, von denen vier für den Einsatz im All und zwei für den Einsatz in der Atmosphäre konfiguriert sind. Laut Musk kann der Transporter auch mit einem Thruster noch erfolgreich landen.

Der Transportraum hat mehr Volumen als ein A380 Passagierjet. Dies erlaubt der Passagierversion, 40 Kabinen mit einer Kapazität von je zwei bis fünf Passagieren zu transportieren.

Der Grundstein für Mars City soll bereits 2022 gelegt werden

Musk gab auch eine kurze Vorschau auf seine Pläne für die „Moon Base Alpha“, einen Außenposten auf dem Mond, von dem aus Schiffe in Richtung Mars starten sollen. 2022 soll eine Flotte von sechs Transportern und zwei bemannten Raumfahrzeugen starten und sich auf den Weg zum roten Planeten machen, um dort den Grundstein für die „Mars City“ zu legen.

Moon Base Alpha: Viel verriet Musk nicht, es ist aber davon auszugehen, dass die Basis als Sprungbett zum Mars dienen soll. Bild: SpaceX

Ein wesentlicher Bestandteil von Musks Plänen ist es, den BFR zum Standard-Booster von SpaceX zu machen, der mittelfristig die Falcon-Raketen ablösen soll. Gleiches gilt für den Mars Transporter, der an die Stelle der Dragon-Raumfahrzeige treten wird. Das Ziel ist ein Transporter, der viele Einsatzmöglichkeiten hat und sowohl eine große Nutzlast wie etwa das Hubble-Teleskop als auch kleinere Nutzlasten ins All tragen kann. So wäre es möglich, dass SpaceX die vorhandenen Ressourcen ganz auf den Mars konzentriert, sobald es soweit ist. In Theorie sieht Musk übrigens auch den Hyperschallflug als Einsatzmöglichkeit für den BFR-Booster und die Passagier-Version des Transporters. Mit vertikal startenden Raketen könnte die Strecke von New York bis Shanghai etwa in 30 Minuten zurückgelegt werden.#

Mit dem BFR-Booster sollen die Falcon-Raketen ersetzt werden.

Bild: SpaceX

Wer die Präsentation von Elon Musk auf dem International Astronautical Congress in Gänze sehen will, der kann sich diesen Mitschnitt vom Livestream der Veranstaltung anschauen:

via SpaceX