SpaceX hat erstmals erfolgreich eine wiederverwertete Rakete ins All geschickt

SpaceX-Chef Elon Musk hat immer wieder neue Ideen und Visionen, die er per Twitter dann auch schnell der Öffentlichkeit mitteilt. Seinen legendären Ruf besitzt der in Südafrika geborene Unternehmensgründer allerdings vor allem, weil es ihm regelmäßig gelingt, zumindest einem Teil seiner Ankündigungen auch Taten folgen zu lassen. So spricht Musk bereits seit längerem davon, Raketen mehrmals verwenden zu wollen. Dies soll zu Kosteneinsparungen führen und somit Transporte in den Weltall deutlich günstiger machen. Nun ist den SpaceX-Ingenieuren genau dies gelungen: Eine Falcon 9 Rakete, die im April 2016 bereits einmal im All war, wurde wiederaufbereitet und jetzt erneut für einen Weltraumtransport genutzt.

Space X Falcon 9 Rakete

Die Kosten sinken durch das Recycling um 30 Prozent

So brachte die Rakete im vergangenen Jahr Nachschub zur internationalen Raumstation ISS. Anschließend wurde sie wieder aufgefangen und rund vier Monate lang instand gesetzt. Gestern brachte die Rakete dann einen Satelliten der Firma SES in die Erdumlaufbahn. Dieser soll Signale nach Südamerika und Mexiko weiterleiten. Experten gehen davon aus, dass SpaceX durch die Wiederaufbereitung – verglichen mit einem kompletten Neubau der Rakete – rund dreißig Prozent an Kosten spart. Ein Teil davon wird allerdings an die Kunden weitergegeben: Diese erhalten dem Vernehmen nach zehn Prozent Rabatt, wenn sie sich für die Nutzung der recycelten Raketen entscheiden. Aktuell sind noch sechs weitere Starts von bereits genutzten Raketen geplant.

Langfristig soll die Rakete schon nach 24 Stunden wieder starten können

Momentan braucht SpaceX allerdings noch rund vier Monate, um die aufgefangenen Raketen wieder instand zu setzen. Durch die gewonnenen Erfahrungswerte und verbesserte Ablaufstrukturen soll die benötigte Zeit in naher Zukunft aber auf etwa zwei Monate reduziert werden. Elon Musk wiederum gibt bereits deutlich ambitionierte Pläne aus: Per Twitter kündigte er an, langfristig Raketen innerhalb von 24 Stunden zweimal starten zu lassen. Einen genauen Zeitplan zur Erreichung dieser Zielmarke nannte er allerdings noch nicht. Für SpaceX war der erfolgreiche Start der recycelten Rakete ein wichtiger Meilenstein. Denn zuletzt war das Unternehmen nicht mehr profitabel, weil Raketenexplosionen für unerwartete Kosten sorgten.

Via: The Guardian