Für die etablierten Tageszeitungen und Nachrichtenmagazine bietet das Internet sowohl Chancen als auch Risiken. Die meisten Inhalte werden heute auch digital verbreitet und können dann jederzeit und überall abgerufen werden. Viele Kunden wollen aber auch heute noch nicht auf das Lesen einer physischen Zeitung verzichten. Das spanische Verlagshaus Prisa Noticias hat nun eine Kooperation mit dem Internetriesen Amazon beschlossen. Kunden von Amazon Prime Now in Spanien können sich – zusätzlich zu ihrer normalen Bestellung – auch noch die Tageszeitung „El Pais“ oder das Wochenmagazin „Cinco Dias“ liefern lassen. Die Zustellung erfolgt im Normalfall innerhalb von zwei Stunden. Gegen einen Aufpreis ist aber auch die Auslieferung innerhalb einer Stunde möglich.


Foto: By Maarten from Netherlands [CC BY 2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.0)], via Wikimedia Commons

Aktuell wird die Zeitung kostenlos mitgeliefert

Aktuell beschränkt sich die Kooperation auf den Großraum Madrid. Zeitnah soll sie allerdings auch auf Barcelona ausgeweitet werden. Zur Einführung des neuen Angebots gibt es zudem Sonderkonditionen: Ab einem Bestellwert von 19,95 Euro können die beiden Zeitungen kostenlos dazu bestellt werden. Zukünftig allerdings wird für die Tageszeitung der normale Kioskpreis berechnet. Eine Bestellung wird aber auch dann nur möglich sein, wenn gleichzeitig weitere Waren im Wert von knapp zwanzig Euro bestellt werden. Für wie viele Kunden dieses Angebot tatsächlich relevant ist, bleibt daher zunächst abzuwarten. Eine wirkliche Alternative zum Zeitungsabonnement scheint die Kooperation zwischen dem Verlag und Amazon jedenfalls nicht zu sein.

Amazon-Chef Jeff Bezos ist Besitzer der Washington Post

Die Manager von Prisa Noticias betonen daher auch, dass mit der Zusammenarbeit vor allem neue Kunden gewonnen werden sollen. Grundsätzlich dürften daher auch andere Medienhäuser die Zusammenarbeit zwischen Verlag und Amazon interessiert beobachten. Kommt das Angebot bei den spanischen Kunden gut an, könnte der Service zudem auf weitere Zeitungen sowie andere Städte und Länder ausgeweitet werden. Amazon-Chef Jeff Bezos jedenfalls hat bereits bewiesen, dass er ein Faible für renommierte Tageszeitungen besitzt: Er kaufte die weltweit angesehene Washington Post. Diese kann allerdings nicht über Amazon gekauft werden, sondern hat seit der Übernahme vor allem den Ausbau des digitalen Geschäfts vorangetrieben.


Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping
Tags

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.