Bei Lungenkrankheiten wie Asthma ist es wichtig, regelmäßig das Lungenvolumen zu messen. Auf diese Weise lässt sich beispielsweise eine Verschlechterung der Lungenkapazität frühzeitig erkennen und gegebenenfalls rechtzeitig behandeln. In vielen Schwellen- und Entwicklungsländern allerdings fehlt die entsprechende Infrastruktur, um solche Tests regelmäßig durchzuführen. Doch nun scheint die Wissenschaft eine Lösung für diese Problematik gefunden zu haben: Das SpiroCall-System kann das Lungenvolumen alleine anhand eines Telefonanrufes annähernd bestimmen. Besonders praktisch: Es funktioniert nicht nur mit einem modernen Smartphone, sondern auch mit uralten Handys, einem Festnetztelefon oder sogar einem Münzfernsprecher. Die Testergebnisse sind dabei von der Genauigkeit her mit Laborgeräten vergleichbar.


Copyright: University of Washington
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Ein Algorithmus berechnet anhand des Pustgeräusches das Lungenvolumen

Der Anrufer muss dabei zunächst nichts anderes machen als tief und fest in das Mikrophon des Telefons zu pusten. Die dabei entstehenden Geräusche werden dann mit Hilfe eines intelligenten Algorithmus analysiert. Dieser kann daraus dann das Lungenvolumen berechnen – und zwar mit einer mittleren Abweichung von lediglich 6,2 Prozent. Noch genauer werden die Ergebnisse, wenn die Analyse von einer auf dem Smartphone installierten App durchgeführt wird. Das Problem dabei: In vielen Gegenden Indiens und Pakistans beispielsweise sind noch die klassischen Nokia-Handys weit verbreitet. Um auch diesen Menschen die Möglichkeit zu geben, regelmäßig ihr Lungenvolumen mit dem Telefon zu messen, wurde SpiroCall entwickelt – und lebt damit, dass die Übertragung über die Telefonleitung die Geräuschqualität mindert.

Spezielle Trillerpfeiffe verbessert die Messergebnisse

Insbesondere Personen mit weit fortgeschrittenen Lungenerkrankungen haben aber das Problem, dass sie kein ausreichend starkes Pustgeräusch mehr erzeugen können. Daher haben die Entwickler von SpiroCall auch eine dazugehörige Trillerpfeiffe entwickelt. Diese kann kostengünstig mit dem 3D-Drucker produziert werden und erzeugt auch bei kleinem Lungenvolumen noch einen markanten Pfeifton. Dieser wiederum kann dann wieder über das Telefon übertragen werden und wird anschließend ebenfalls von einem Algorithmus analysiert. In jedem Fall gilt aber: Bei einer merklichen Verschlechterung des Wertes muss ein Arzt aufgesucht werden.


Via: Medgadget

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