Obdachlose führen ein Schattendasein am Rand unserer Gesellschaft: Vielleicht stecken wir ihnen manchmal eine Münze zu, dann verschwinden sie wieder aus unserem Blickfeld. Würde einer von ihnen einen eigenen Social Media Account betreiben, hätte er wahrscheinlich nur wenige Follower. Anders sieht das aus, wenn die Menschen von der Straße das helle Spotlight nutzen, das auf die Promis fällt.


homeless-813618_1920
Hinschauen statt wegblicken: Wer sind diese Menschen, die auf der Straße leben?

Jürgen und Snoopy nutzten Marterias Instagram-Account

Die deutschen Rapper Prinz Pi und Marteria teilen ihre Instagram-Accounts mit jeweils einem Obdachlosen, auch der Musiker MC Fitti, die Schauspielerin Palina Rojinski sowie das Duo Joko und Klaas haben sich dieser Aktion angeschlossen. Auf diese Weise fällt plötzlich das Scheinwerferlicht der großen Bühne auf Menschen, die ihr Leben normalerweise ungesehen im Dunkeln verbringen. Jürgen aus Berlin mit seinem Hund Snoopy sendete zum Beispiel kurze Video-Clips unter Marterias Account und erzählte dabei aus seinem Alltag. Mit ihm lernten wir die Berliner Tafel für Tiere kennen, die auch die treuen Vierbeiner der Obdachlosen im Blick hat. Wenn Snoopy sich satt gefressen hat, zieht Jürgen weiter zur Berliner Tafel für Menschen, um auch seinen eigenen Magen zu füllen. Jürgen postete Fotos seiner Mahlzeiten, er nutzte dabei unter anderem die Hashtags #onewarmwinter und #bringsocialbacktomedia als Wahrzeichen dieser Aktion.

Hier erklärt Prinz Pi die Aufklärungskampagne


Für 24 Stunden geht die Account-Nutzung auf einen Obdachlosen über

Flo durfte den Account von Prinz Pi nutzen, er erklärt freimütig, aus welchen Mülltonnen er am besten weggeworfene Lebensmittel und Pfandflaschen angeln kann und welche Gefäße ihren Inhalt eher widerstrebend preisgeben. 24 Stunden hat jeder Obdachlose Zeit, sich nach Herzenslust auf den Promi-Accounts selbst darzustellen. Nebenher werden Spenden gesammelt, 3000 Euro kamen bislang zusammen. Doch der wichtigste Effekt besteht sicherlich darin, uns daran zu erinnern, wie viele Männer und Frauen ihr Leben Tag und Nacht auf der Straße verbringen müssen und wie stark sich ihr Alltag von dem unsrigen unterscheidet. Aber letztlich sind wir alle nur Menschen, die ein Stück Wärme in dieser teils doch sehr kalten Welt suchen. #OneWarmWinter

Quelle: mediathek.daserste.de, dradiowissen.de

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.